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Jens Hestermann

Neuer Betrug bei der DGM

Ein Geschäft wie zum Beispiel bei Amazon

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Deutsche Gold Manufaktur: Hochglanzlügen für Kleinanleger, die mal eben über den Tisch gezogen werden sollen

Elvira Schmidt* hatte sich alles so richtig ausrechnen lassen. Die heute 50jährige Angestellte war für den „Direktionsdirektor“ (Eigenwerbung) der Deutschen Gold Manufaktur, Massimo Mangano aus Helmstadt, ein leichtes Opfer. Wenn sie, so Massimo, ihre Riester-Rente bei einer angesehenen deutschen Investmentanstalt auflöst, würde sie „in 12 Jahren dank der großartigen Geschäfte der Deutschen Gold Manufaktur bei monatlichen Einzahlungen nach 12 Jahren mehr als 110.000 Euro bekommen.“

Auf dem Papier ein gutes Geschäft. Was Elvira Schmidt nicht wußte: Über Massimo Magnano landete sie mitten im Dreck der deutschen Gold-Abzocker: Deutsche Gold Manufaktur. Tausende Kleinanleger sind inzwischen Opfer der Abzock-Bude von Jens Hestermann. :gerlachreport hatte bereits vor Monaten vor dem zweilichten Unternehmen und seine Hintermänner gewarnt.

Aus gutem Grund, wie die Geschichte von Elvira Schmidt belegt: Die 50jährige hatte bereits mehr als 20.300 Euro auf ihre Riester-Rente angespart. Enthalten waren auch Steuerermässigungen von annähernd 4.000 Euro. Mit der Entscheidung, ihre Anlage bei der angesehenen „DWS“ aufzulösen, verlor Elvira Schmidt auf einen Schlag die Steuerermässigungen und weitere Zulagen von rund 1.400 Euro, also knapp 5.400 Euro.

Abgewickelt wurde das Geschäft über die Pacta Invest GmbH, die im Netzwerk des deutschen Kapitalgraumarktes agiert. Die Pacta Invest langte dann auch noch einmal zu: Rund 1.500 Euro Bearbeitungsgebühr kassierte sie für die Weiterleitung des Geldes an die Deutsche Gold Manufaktur.

Elvira Schmidt investierte in gutem Glauben 12.380 Euro „Teilzahlung“ für den Goldkauf. Insgesamt verpflichtete sie sich gegenüber der Deutschen Gold Manufaktur zu einem Goldkauf in einer Gesamthöhe von mehr als 72.500 Euro. Bei monatlichen Raten von jeweils 420 Euro zuzüglich Agio.

Bis zu diesem Zeitpunkt war Elvira Schmidt dann ihr Geld komplett los. Aus ihren mehr als 20.000 Euro waren am Ende zumindest auf dem Papier rund 3.400 Euro geblieben - der aktuelle Wert für 97,598 Gramm Gold, die die Deutsche Gold Manufaktur tatsächlich abgerechnet hat. Das Problem: Die Deutsche Gold Manufaktur hat gar kein Gold, insbesondere nicht die Bestände, die sie ihren Kunden vorgaukelt.

Als der Lebensgefährte von Elvira Schmidt dann die Unterlagen der Pacta, Deutsche Gold Manufaktur und die E-Mails von Massimo Magnano in den Händen hielt, einen Rechner bemühte und das fatale Ergebnis in Zahlen sah, schrieb er Massimo Magnano und Jens Hestermann an.

Er bat um Übersendung der Beratungsprotokolle und Nachweise für die ordentliche Beratung seiner Lebensgefährtin, die „eigentlich gar nicht verstanden hat, was man ihr da angetan hat“. Ferner bat er um den Nachweis der Goldbestände. Von Seiten der DGM wurde mitgeteilt, dass ein Widerruf in der nötigen Zeit nicht erfolgt ist. Einen Nachweis erhielt er nicht.

Massimo Mangano schrieb am 5. Juli auf die Bitte einer Übersendung der gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsdokumentation: „Nicht notwendig, da es sich ja um einen Online-Kaufvertrag handelt. Wie z.B. bei Amazon.“

Elvira Schmidt hat den Vorgang jetzt zur weiteren Klärung an die zuständige Staatsanwaltschaft abgegeben.

*Name von der Redaktion geändert

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