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EXW Wallet

290.000 Euro und das Märchen der 100% Rendite

coin.zone: Wie Jürgen Kitz und Anto Antunovic brutal die Anleger abzocken

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Kollektiver Tiefschlaf bei der Raiffeisenbank Radenthein: Die Vorstände Johann Goertschacher Mas, Jürgen Wildpaner und Robert Weissmann müssen jetzt erklären, warum sie illegale Einlagengeschäfte von Coin.Zone nicht unterbunden haben

Der 24jährige Anto Antunovic hatte einen Berufswunsch: Maschinenbautechniker. Dann lernte er den OneCoin-Keuler Jürgen Kitz kennen. Der ist inzwischen Chef von Coin.Zone und eine Schlüsselfigur im Betrugssystem EXW. Beide zocken jetzt Anleger ab. Es geht inzwischen nicht mehr um kleine Gehälter als Hausmeister (Kitz) oder Maschinenbautechniker. Jetzt geht es um sechsstellige Zahlen.

Nach vorliegenden Unterlagen werden die Opfer während diverser Veranstaltungen "geködert", die Jürgen Kitz in Österreich durchführt. Kitz war eine Schlüsselfigur im milliardenschweren OneCoin/OneLife-Betrug. Heute spielt er eine zentrale Rolle bei EXW und EXW Wallet (:gerlachreport berichtete). Mit seinem dubiosen Klagenfurter Unternehmen Coin.Zone fungiert er als EXW-Exchange und macht illegale Schneeball-Geschäfte.

Angeblich handelt er mit Kryptowährungen und verspricht horrende Renditen. Das sind aber illegale Einlagen- und Bankgeschäfte. Kitz und sein Unternehmen haben weder die Genehmigungen, noch das Fachwissen, derartige Geschäfte zu tätigen.

Wie dumm die Opfer tatsächlich sind und wie das Betrugssystem Kitz/Antunovic funktioniert, zeigt ein tagesaktueller Fall, bei dem ein Anleger 290.000 Euro "angelegt" hat. Im Rahmen einer Kitz-Veranstaltung waren ihm für einen Zeitraum von vier Wochen "100 Prozent Rendite" versprochen worden. Wie kriminell und illegal das Geschäft dann abgebildet wurde, belegen Unterlagen, die :gerlachreport vorliegen.

Danach schloss Anto Autunovic (St. Ruprecht Strasse 51, 9020 Klagenfurt) einen privaten Darlehnsvertrag. Zweck: "Die Finanzierungsdauer ist bis einschließlich 31. September 2019 geregelt. Und wird zum Traden in der Cryptobranche verwendet". Das Ganze wird abgewickelt über das Konto der coin.zone GmbH, Villacherring 59, 9020 Klagenfurt bei der Raiffeisenbank Radenthein, Kontonummer AT46 3945 7000 0013 3272.

Der Vorstand der Raiffeisenbank Bockberge (Radenthein gehört dazu) muss sich jetzt zahlreiche Fragen gefallen lassen. Johann Goertschacher Mas, Jürgen Wildpaner und Robert Weissmann müssen erklären, warum die Warnsignale bei der Raiffeisenbank nicht funktioniert haben. Bei Beträgen dieser Größenordnung besteht nicht nur ein Geldwäscheverdacht, es muss auch eine Pflichtmitteilung an die Bankenaufsicht geben. Von möglichen Steuerhinterziehungen ganz zu schweigen.

Damit nicht genug: Einfache Überprüfungen der Raiffeisenbank hätten zudem ergeben, dass ihr Kunde Coin.Zone illegale Geschäfte betreibt - ein Blick auf die Internetseite hätte für die Prüfung genügt. Es wird auch zu klären sein, warum eine kleine regionale Bank am Millstätter See ein Betrugsunternehmen im rund 60 Kilometer entfernten Klagenfurt betreut.

Anto Antunovic und Jürgen Kitz konnten übrigens das Geld nicht zurückzahlen. Und die Rendite von 100 Prozent gab es auch nicht. Dafür konnte aber Anto Antunovic ein paar ruhige Tage verbringen. Der 25jährige ist ein Pokerspieler und soll in zwielichtigen Kreisen "erhebliche Spielschulden" gehabt haben. Diese seien dann "ganz plötzlich bezahlt worden".

Kein Wunder, dass das Geld weg ist. Offizielle Begründung: "Beim Traden verloren. Der Markt war gegen uns." Eine Anfrage vom :gerlachreport hat Jürgen Kitz nicht beantwortet.

290.000 Euro sind verschwunden. 290.000 Euro Rendite gab es nicht. Coin.Zone ist ein illegales Betrugsgeschäft

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