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Autark Pleite

Grosses Anleger-Drama nach dem Autark-Chaos

„Könnten Geld verloren haben“ - das ist ein Schlag ins Gesicht aller

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Schlampig recherchiert, gezielt falsch informiert: Ariane Lauenburg von „Finanztest“ will ihre Spuren verwischen. Sie hat bei den Autark-Anlegern kräftig mitkassiert. Sie weiß nicht einmal, dass die Autark Group AG gar keine Geschäfte gemacht hat

Was jetzt? Das ist die zentrale Frage, die mehr als 3.600 Autark-Anleger beschäftigt. Klare Antwort: Sie sind ihr Geld los. Das wird nach dem massiven Polizeieinsatz in dieser Woche deutlich. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hatte mit mehr als 100 Polizeibeamten bundesweit über 40 Objekte durchsucht und Wertgegenstände der Führungsleute sichergestellt. Fest steht: Die Immobilien, Autos, der Schmuck, Handtaschen, Bargeld und andere Wertgegenstände sind nur einen Bruchteil von dem wert, was die Autark-Anleger tatsächlich eingezahlt haben.

 

Stefan Kühn vor seiner Villa: Die ist erst einmal gepfändet. Doch er lebt weiterhin dort. Als die Polizei kam, war er auf der Flucht. Gerüchte besagen, dass er vor dem Einsatz gewarnt wurde. Er schaute aus der Distanz zu

Der Sicherungsbeschluß des Gerichtes lautete zunächst auf vier Millionen Euro Schadenssumme. Tatsächlich haben Autark-Anleger aber mehr als 50 Millionen Euro gezahlt. Nach derzeitigem Stand sind bei dem Polizeizugriff weniger als zehn Prozent sichergestellt worden. Das restliche Geld hat der Hauptbeschuldigte Stefan Kühn zusammen mit seinen Helfern zur Seite geschafft. Kühn ist immer noch auf freiem Fuß. Er hatte sich der Durchsuchung entzogen.

Erstaunlich ist die fachliche Unkenntnis der „Finanztest“-Redakteurin Ariane Lauenburg, die aktuell berichtet, dass „40 Objekte der Autark Group AG durchsucht“ wurden. Was die investigative Redakteurin eigentlich wissen sollte: Die Autark Group AG besitzt weder 40 Objekte, noch sonstige Wertgegenstände oder Sachanlagen. Die Autark Group AG ist mittellos. So sehr, dass die Börse Hamburg das Unternehmen „dauerhaft“ aus der Börsenlistung genommen hat.

Hintergrund: Stefan Kühn hatte vor, dass das Unternehmen die Schulden der Gruppe übernimmt und durch einen Börsengang ein nicht vorhandener unternehmenswert dargestellt werden könnte. Kühn hatte die Aktiengesellschaft verkauft. Nachdem sich jedoch herausgestellt hatte, dass das Unternehmen marode ist, war der Käufer vom Vertrag zurückgetreten. Der neue Vorstand legte das Amt nieder.

Was Ariane Lauenburg indes wissen muss, denn sie hat ja kräftig mitkassiert: Die Nachrangdarlehn der Autark-Anleger sind am Ende in der Autark Invest AG gelandet, die ihren Sitz in Liechtenstein hatte. Lauenburgs Geschäftspartner, der dubiose Winkeladvokat Wolfgang Benedikt-Jansen, hatte dann auch rund 200 Vollstreckungsmaßnahmen vom Arrest bis zur Vollstreckung für die Mandanten erwirkt. Bekommen hat er nichts. Dafür hat Ariane Lauenburg für die Vermittlung der Autark-Opfer die Hand aufgehalten und kassiert (:gerlachreport berichtete).

Und damit beginnt nach der verlorenen Investition in wertlose Nachrangdarlehen der 2. Akt des Dramas für die Autark-Anleger: Sämtliche Maßnahmen des Winkeladvokaten, der in der Regel vierstellige Summen für seine unnütze Arbeit kassierte, sind inzwischen verpufft. Weil der Berufsverbrecher Stefan Kühn, alias Stefan Koschate, in Liechtenstein keinen ortsansässigen Verwalter benannt hat, wurde das Unternehmen gelöscht. Und bei einem gelöschten Unternehmen ist dann auch nichts mehr zu holen.

Das ist eine nur vordergründig clevere Geschäftsentsorgung. Denn jetzt trägt Stefan Kühn die Last. Unbestritten ist, dass er hinter der gesamten Autark-Gruppe alleinverantwortlich steckt und sämtliche Entscheidungen, auch die der von ihm Eingesetzen Treuhänder und Unternehmensmarionetten, immer alleine getroffen hat.

Der 3. und noch nicht finale Akt des Autark-Dramas spielte sich mit der Sicherungsmaßnahme der Staatsanwaltschaft ab. Da bei der Autark Group AG nichts zu holen ist, die Autark Invest AG nicht mehr existent ist, stellte sich die Frage, wer die 50 Millionen der Autark-Anleger eingesteckt hat. Das wird zu klären sein.

Der fatale Höhepunkt in diesem 3. Akt ist jedoch, dass die Wertgegenstände jetzt erst einmal in der Asservatenkammer landen. Dann müssen die bei den Hausdurchsuchungen sichergestellten Geräte, wie Computer und Handys, Festplatten und Datenträger gesichtet und ausgewertet werden. Dazu kommen Dokumente und Unterlagen.

Und erst dann wird gegen die Verantwortlichen der Autark-Gruppe unter Führung von Stefan Kühn, Adele Raschke und Jörg Schneider das Strafverfahren vorbereitet und durchgeführt. Ist das abgeschlossen, entscheidet das Gericht über die Verwertung der sichergestellten Wertgegenstände - das mag sich noch zwei bis drei Jahre hinziehen. Fest steht: Die Autark-Anleger schauen in die Röhre.

Damit sind dann die von Wolfgang Benedikt-Jansen für exorbitant teures Geld erwirkten Arreste und Vollstreckungen wertlos. Seine Mandanten können sich damit die Wände tapezieren oder das verlängerte Rückgrat abwischen - zu mehr taugt das nicht. Denn offiziell ist auch Stefan Kühn mittellos. Er wird bei ständig wechselnden Adressen von Gerichtsvollziehern per Haftbefehl gesucht.

Stefan Kühn bleibt gelassen. Über einen von ihm bezahlten Pressedienst ließ er vermelden: „Insgesamt natürlich wieder eine Nachricht die den Kapitalmarkt aufschreckt, denn auch hier könnten Anleger nun Geld verloren haben. Ob das mehr als eine Spekulation ist wird man eben auch erst in einigen Monaten erfahren.“

Oder in einigen Jahren. „Könnten Geld verloren haben“ - das ist ein Schlag ins Gesicht aller, die in gutem Glauben und mit viel Vertrauen ihr hart erarbeitetes Geld investiert haben.

Stefan Kühn jedenfalls hat inzwischen, fernab vom polizeilichen Getöse, durch geschickte Verträge und mit Hilfe des Leipziger Rechtsanwaltes Jens Walther versucht seine Schäfchen ins Trockene zu bringen: Über Scheinverträge und Abtretungen (Kühns Lieblingsmethode) hat er rund 16,5 Millionen Euro Autark-Anlegergelder verschoben. Das ist das Geld, das ihm die Ganoven Gerhard Schaller und Markus Fürst (Sensus/Derivest) schulden. Wie man hört, haben sie gezahlt.

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