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OneCoin/Hunzinger

Geldwäscher Moritz Hunzinger im Visier von EuroPol

Ermittler suchen europaweit die Gelder der abgezockten OneCoin-Opfer

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Professor Moritz Hunzinger vor Gericht. Geht es nach dem Willen der Ermittler soll der Geldwäscher von OneCoin so schnell wie möglich dingfest gemacht werden. Über das Unternehmen cashcloud wurden offenbar tausende Scheinkonten für die Geldwäsche genutzt

Das Luxemburger Unternehmen cashcloud des OneCoin-Geldwäschers Prof. Moritz Hunzinger wird derzeit von Spezialermittlern von Europol detailliert untersucht. Das erfuhr :gerlachreport in Den Haag. Damit bestätigen sich Informationen, dass sich hinter dem angeblichen Bezahlsystem cashcloud ein „weitreichenden Geldwäschesystem“ verbirgt. :gerlachreport hatte erstmalig un exklusiv über die Vorwürfe berichtet. Aus Den Haag verlautete, dass im Rahmen der europäischen Ermittlungen gegen das Betrugsnetzwerk OneCoin/OneLife die Geldflüsse jener Personen kontrolliert werden, deren Identitäten bei der mehrtägigen Razzia bei OneCoin festgestellt worden waren. Diese Daten werden jetzt mit cashcloud-Daten abgeglichen.

Mehr noch als das: EuroPol überprüft dem Vernehmen auch unzählige Geldtransaktionen, die mit den cashcloud-Systemen per Prepaid MasterCard und Geldtransfers durchgeführt werden. Zudem werden die Identitäten der cashcloud-Kunden mit existierenden Daten abgeglichen.

Damit nicht genug: Ermittler überprüfen auch die enge Beziehung von Professor Moritz Hunzinger zur OneCoin-Betrügerin Dr. Ruja Ignatova. Hunzinger war ständiger Gast im Mafia-Umfeld der OneCoin-Betrüger und hat die Betrugssysteme nach Erkenntnissen der Ermittler „entscheidend geprägt, mitentschieden, umgesetzt und je nach Lage der Entwicklungen gegen OneCoin/OneLife an die entsprechend neuen Situationen angepasst.“

Wie sich EuroPol die cashcloud-Informationen besorgt hat, wird verschwiegen. Entscheidend sei „der Schlag gegen das organisierte Verbrechen mit dem Namen OneCoin“.

Da OneCoin/OneLife beispielsweise in Österreich immer noch illegal betrieben wird, gibt es hier auch eine koordinierte Maßnahme mit österreichischen Ermittlern, heißt es in Den Haag. Auch das Bundeskriminalamt sei tätig.

:gerlachreport hatte exklusiv berichtet: „cashcloud-Chef Moritz Hunzinger ist der Geldwäscher von OneCoin“. Recherchen der Redaktion ergaben: Die Vorwürfe sind offenbar belegt und berechtigt. Weil cashcloud pleite war schloß der pfiffige Professor den „Pakt mit dem Teufel“. OneCoin/OneLife benötigte dringend eine Infrastruktur, die es ermöglichte, Gelder in „unheueren Größen“ zu transferieren, ohne die Aufsichtsbehörden wachzurütteln.

Moritz Hunzinger und die Cashcloud AG konnten liefern. Das Betrugssystem OneCoin/OneLife entwickelte sich zu einem Milliardengeschäft - der aktuelle Schaden beläuft sich bis heute auf mehr als 2,5 Milliarden Euro.

Hunzinger hat ein weitverbreitetes Netzwerk: Politiker, Prominente, Berufsverbrecher, Titelhändler und gescheiterte Persönlichkeiten gehören dazu. Einer davon: Der dubiose Titel- und Passhändler Stephan Welk, mit dem Moritz Hunzinger regelmässig das Berliner Bordell „Artemis“ besucht (:gerlachreport berichtete).

Um die gewaltigen Geldmengen bewegen zu können und die Koffer mit Bargeld zu transportieren, wurden Diplomatenpässe und Ausweispapiere benötigt. Stephan Welk organisiert das über die Botschaften der Zentralafrikanischen Republik, Sao Tomé, Mali, Ruanda, Burundi oder den Libanon. Er ist einer der führenden Köpfe im illegalen Handel mit Diplomatenpässen und offiziellen Ausweispapieren, die bis heute vom kriminellen Netzwerken wie OneCoin benutzt werden.

Im Berliner Puff kommt es 2016 zwischen den „Professoren“ Stephan Welk und Moritz Hunzinger zum Treueschwur: Wenn ihm Welk das benötigte Geld für die cashcloud-Sanierung besorgt, steht das Unternehmen für die Geldwäsche bereit.

So verschwanden nahezu zwei Milliarden Euro in dunklen Kanälen: „Moritz Hunzinger hat über die cashcloud auch hunderte Scheinkonten geführt und so das Geld gewaschen“, heißt es in den Unterlagen, die :gerlachreport vorliegen.

Moritz Hunzinger und Stephan Welk haben das System auch für eigene Geschäfte genutzt: Es gibt ein Geflecht von mehr als 65 Firmen und Bankkonten, über die die beiden Männer verfügen. Und täglich kommen neue dazu: Der Service von Geldwäsche, gefälschten Papieren und Diplomatenpässen, die vor Verfolgungen und Ermittlungen schützen, ist gefragt und wird teuer bezahlt.

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