Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

Finanz-Zirkel

Vorprogrammierter Genickbruch

Fast hätte der billige Trick tatsächlich funktioniert

Zurück

Uwe Hoffmann und Bernd Diekmann sind hoffnungslos verschuldet. Trotzdem kaufen sie ihren Kunden deren Forderungen ab, wollen so Haftungen entgehen. Fazit: Sie sind aus dem Schneider und die Kunden gelackmeiert

Vielleicht wäre der Plan von Uwe Hoffmann und Bernd Diekmann am Ende sogar aufgegangen, wenn sich irritierte Anleger nicht an den :gerlachreport gewendet hätten. Die Finanz-Zirkel GmbH wollte, völlig selbstlos, durch einen „Forderungskauf- und Abtretungsvertrag“ die Schulden der insolventen BiogasPark Deutschland GmbH übernehmen. So viel Anlegerfreundlichkeit war dann doch zu verdächtig.

O-Ton: „Das Darlehen wurde bislang von der Fa. BiogasPark Deutschland GmbH nicht zurückgezahlt. Im Hinblick auf einen Insolvenzeigenantrag der Fa. BiogasPark Deutschland GmbH, erscheint die Darlehnsreückzahlung gefährdet. Der Käufer ist, ohne hierzu rechtlich verpflichtet zu sein und um möglichen Schaden vom Verkäufer abzuwenden, bereit, den Darlehnsrückzahlungsanspruch vom Verkäufer zu erwerben.

Das ist wie Weihnachten und Ostern an einem Tag. Hat nur den Nachteil, dass es ein wahrlich schweinisches Geschäft ist. Mit dem Ziel, die Anleger und Investoren dann final noch einmal abzuzocken.

Und es ist auch nicht im Interesse der Anleger und Investoren: Uwe Hoffmann und Bernd Diekmann wollen so schlicht den Fängen des Staatsanwaltes entgehen.

Die geschäftsführenden Gesellschafter des Bückeburger Finanzdienstleisters Finanz-Zirkel GmbH haben nämlich kräftig in die eigene Tasche gewirtschaftet, als sie Nachrangdarlehen der Firma BiogasPark Deutschland an die Anleger und Investoren verzockten. Neben den satten Vermittlungsprovisionen kassierte vor allem Bernd Diekmann doppelt: Er war nämlich auch Geschäftsführer der BiogasPark Deutschland und hat hier auch noch ein Gehalt kassiert.

Die Unterlagen, die :gerlachreport vorliegen, beweisen: Die beiden Hoff- und Diekmänner von Finanz-Zirkel haben so alles eingesammelt, was man an Geld bekommen konnte. Selbst „Modernisierungsdarlehen“ wurden erfunden, ohne dass es jemals entsprechende Modernisierungen gegeben hätte.

Da häufen sich jetzt die Schulden aus der Vergangenheit an. Bereits Ende 2015 war die Finanz-Zirkel GmbH bilanziell pleite. Woher sie jetzt das Geld für die Forderungsankäufe nehmen will, bleibt ein Geheimnis. Banken werden dieses Spiel sicherlich nicht mitmachen. 

Zehn Jahre lang will das eigentlich insolvente Unternehmen Finanz-Zirkel GmbH dann den Anlegern die Darlehen der BiogasPark Deutschland zurückzahlen.

Ein Fall für den Staatsanwalt. Denn unabhängig von der Frage, ob das Unternehmen Finanz-Zirkel nicht schon längst hätte Insolvenz anmelden müssen, bleibt zumindest der Anfangsverdacht des Betruges: Wer kein Geld hat und Forderungen aufkaufen will, handelt betrügerisch - zumindest durch Täuschung.

Wer den Forderungs- und Abtretungsvertrag bereits unterschrieben hat, sollte diesen unverzüglich wegen eben dieser Täuschung und den daraus erwachsenden strafrechtlichen Fragen fristlos kündigen.

Denn es ist wahrscheinlich, dass die Finanz-Zirkel GmbH noch in diesem Jahr in die Insolvenz muss. Denn sie hat noch mehrere andere unangenehme Baustellen. Eine davon ist die BWF-Stiftung und die Forderungen aus unlauteren angeblichen Geschäften mit Gold-Attrappen. :gerlachreport weiß aber von noch mehr Problemen aus der Vergangenheit, die eine Fortführung des Unternehmens unmöglich erscheinen lassen.

Und es bleibt, was besonders anrüchig ist, der unseriöse Versuch, sich als verantwortliche Berater aus der Haftung zu schleichen.

Fast hätte es geklappt.

Ein Stück Papier - völlig wertlos

Zurück

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.