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OneCoin

Exklusiv: Der irre Aufstieg der Crypto Queen · Teil 4

Teil 4: Neue Betrügereien werden gerne unter der arabischen Sonne geplant

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„Sie ist das Gesicht von OneCoin. Sie ist die Gründerin des Unternehmens. Die Eine, die Einzige Ruja Ignatova!“

„Sie ist das Gesicht von OneCoin. Sie ist die Gründerin des Unternehmens. Die Eine, die Einzige Ruja Ignatova!“ Und die „Göttin“ betritt die Bühne. Aus den Boxen dröhnt Beyoncés „Crazy in Love“. Sie stehen alle im Publikum. Die „Heilige“ ist gekommen, um den OneCoin-Segen zu erteilen. „The Future of Payments“, die Zukunft der Zahlung. Sie weiß, dass am Ende dieses Abends die Kassen klingeln und die Devisen, echtes Geld, auf die Konten purzeln. In schwarzem Kleid, Augen und Mund stark geschminkt sieht sie aus wie eine Zigeunerhexe, die einem schlechten Comic oder Märchen entsprungen ist. Das Publikum schreit „OneCoin“ und gibt Standing Ovations. Wofür und warum ist die Frage. Nichts von dem, was sie in den nächsten 20 Minuten von sich gibt ist revolutionär, nichts ist neu. Und trotzdem reißt es alle von den Socken. das ist die Märchenwelt für Erwachsene, die schnell und unauffällig ihr Erspartes loswerden wollen.

Und die „Göttin“ betritt die Bühne. Aus den Boxen dröhnt Beyoncés „Crazy in Love“ - jetzt klingeln wieder die Kassen weltweit

Dr. Ruja Ignatova liebt diesen Hype um ihre Person. Eine perfekt inszenierte Show für eine verurteilte Kriminelle, die vor dem Publikum die schöne neue OneCoin-Welt beschreibt. Stehende Ovationen nach fast jedem neuen Blödsinn, den sie als allheilbringende Wahrheit verkauft. Auch an diesem Tag lebt „Ruja den Hype um ihre Person in vollen Zügen“, sagt ein Teilnehmer, der schon zahlreiche Veranstaltungen erlebt hat. Und: „Sie weiß alles, was sie als Erfinderin von OneCoin repräsentiert.“ Kein Wunder: Der Schwachsinn einer Kryprowährung, die niemals das Licht der Welt erblickt hat, stammt ja auch aus ihrer Feder.

Sie schließt diese Veranstaltung, wie alle anderen mit einem Versprechen: „Dieses Jahr machen wir OneCoin in der Finanzwelt sichtbar.“ Tosender Jubel. Sichtbar wurde OneCoin dann bei Polizei, Finanzaufsichten und Staatsanwaltschaften. Unsichtbar bei angeblichen Börsengängen und finanziellen Transaktionen, die die Welt erschüttern sollten. Doch tatsächlich ist OneCoin am Ende der größte globale Betrug der jüngeren Geschichte. An diesem Abend mag das niemand glauben. Eigentlich kann und will das bis heute die gesamte OneCoin-Gemeinde nicht wahr haben, dass sie Opfer einer falschen Heilsbringer waren.

Dr. Ruja Ignatova versteht es auch, die „Leader“ ihres Netzwerkes zu verwöhnen: „Eine sehr gut gekleidete Privatsekretärin folgt ihr auf Schritt und Tritt“, berichtet ein Teilnehmer, „sie ist hier, um Geschenke für ihren Hof zu machen.“ Sie ist auch hinter vorgehaltener Hand die „Crypto Queen“. Und sie nennt die ganze Welt ihr eigen: Huldvoll verteilt sie nett eingepackte Pakete an die „verdienstvollsten“ OneCoin-Keuler. Jene Ganoven, die den Anlegern und Investoren das Geld aus der Tasche ziehen und mit ihren Strukturen „nach unten“ Millionen kassieren. Dr. Ruja, die Königin, verteilt OneCoin-Geschenke mit einem Nennwert von je 100.000 Euro - wertloser Plunder. Doch die Empfänger strahlen, als wären sie gerade vom Allmächtigen persönlich beglückt worden. Massenwahnsinn.

„Natürlich widerspricht ihr niemand. Jeder Mensch wird von dieser Figur hypnotisiert. Sie sind geblendet von dem angeblichen Geld, das sie in ihren Taschen hat.“ Spielgeld. Wertlos. Wie die Millionen beim Monopoly. Denn das echte geld liegt längst auf einem der unzähligen Konten irgendwo auf diem Globus. Versteckt auf einer Insel, getarnt mit den Namen der OneCoin-Jünger, sicher vor dem Zugriff der Jäger.

Dr. Ruja, die Königin, verteilt OneCoin-Geschenke mit einem Nennwert von je 100.000 Euro - wertloser Plunder. Doch die Empfänger strahlen, als wären sie gerade vom Allmächtigen persönlich beglückt worden

Offiziell lebt Dr. Ruja Ignatova seit den Anfängen von OneCoin in Dubai. Das hat sie auch vor dem Augsburger Gericht angegeben, das sie zur Gefängnisstrafe verurteilt hatte. Dubai ist ein Sammelbecken für gescheiterte Existenzen, Kriminelle, Organisiertes Verbrechen, Terroristen, Drogenhändler, lichtscheues Gesindel, das sich mit einer überschaubaren Investition oder eine Firmengründung eine Aufenthaltserlaubnis ergaunert. Dubai ist die berühmtesten und größten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Ein prickelnder Platz für den Abschaum dieser Welt: Es gibt kein Auslieferungsabkommen mit Europa. Und klappt es dann doch einmal mit polizeilichen Zugriffen, dann ist das allenfalls privaten Beziehungen zum Emir und den damit verbundenen geschäftlichen Beziehungen verbunden.

Hier in Dubai ist einer der größten Umschlagplätze von Dr. Ruja Ignatova und ihre kriminelle Bande. Termine und Detailplanungen für neue Betrügereien finden gerne unter der arabischen Sonne statt. Telefon und andere Kommunikationsmittel werden nicht gerne gesehen.: Der Feind hört mit. Generell heißt die Devise: Mit Geld und Besitz protzen, aber nicht unangenehm auffallen.

Ansonsten sind Konten und Unternehmen in Steueroasen versteckt. Es gibt nach aktuellen Recherchen Bankkonten und Firmen in Bulgarien, in Belize, Gibraltar, Malta, der Isle of Man und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Strohmänner stehen an der Spitze leerer Körperschaften, die ihre Namen, Zuständigkeiten und Manager in rasantem Tempo wechseln. Der ganze Planet ist eingebunden in dieses Versteckspiel, wo heute nichts mehr ist, was gestern noch Bestand hatte. OneCoin ist die perfekte Kunst Geld und Spuren zu verwischen. Das klappt sogar bis zur Person Dr. Ruja Ignatova.

So wurde beispielsweise am 27. März 2014 eine Beratungsfirma in das Handelsregister von Gibraltar eingetragen. Sie änderte ihren Namen im Mai und im August in OneCoin Limited. Das Unternehmen wird vom Netzwerk für Rechtsstreitigkeiten aller Art genutzt. Hier liefen die Beschwerden auf, wurden wenige Opfer entschädigt, andere abgewimmelt. Von hier wurden die Angriffe auf Medien und die Presse koordiniert. Tatsächlich saßen die Entscheider aber irgendwo.

Zwischen März 2014 und Mai 2016 wechselt in der OneCoin Limited mindestens einmal der Eigentümer, zweimal die Adresse, mehrmals die Direktoren. Eine Konstante gibt es: Veska Ignatov, auch Direktorin der Pegaron Invest.

Im Jahr 2016 scheinen die Mutter und Tochter Ignatova alle administrativen Bindungen zum OneCoin-Netzwerk abbrechen zu wollen. Sie trennen sich offiziell von den Schlüsselunternehmen. Veska Ignatov unterschreibt im Sommer 2016 die notwendigen Dokumente, um OneCoin Limited aus dem Handelsregister von Gibraltar zu löschen. Von da an wird ihr Name auf keinem Dokument mehr erscheinen.

Ein neues Unternehmen übernimmt das Netzwerk. Es wird nun zur Führung von Gerichtsverfahren genutzt. Sein Name: OneCoin Ltd (nicht zu verwechseln mit OneCoin Limited of Gibraltar). Das Unternehmen hat seinen Sitz in Ras Al Khalmah, einem der undurchsichtigsten Steuerparadiese der Welt. Unter der Registrierungsnummer 20140882 ist das Unternehmen eingetragen. :gerlachreport liegen Unterlagen vor, die belegen, dass aber tatsächlich die Familie von Dr. Ruja Ignatova hier das Sagen hat. Zusammen mit dem „Koks-König“ Taki.

Insider berichten dass „Ruja nicht die Fähigkeiten besaß, solch ein kompliziertes System zu bauen“. Und: „Von Anfang an hat sie sich mit Fachleuten aus der Branche umgeben.“

Hier schließt sich dann wieder der Kreis zum Organisierten Verbrechen nach Bulgarien. Und es tauchen ganz neue Mitspieler auf.

Lesen Sie morgen den 5. Teil über das kriminelle Netzwerk der Dr. Ruja Ignatova

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