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Aras Group

Exklusiv: Das Organisierte Verbrechen der Aras Group

„Die benutzen die Daten von Kunden und eröffnen damit Konten im Offshore-Sektor“

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Bereits am 24. November 2016 hatte Sebastian Müllerberg, alias Frank Kahn, Informationen über die Aras Group angeboten: Er wollte damit feststellen, was die Redaktion tatsächlich zu diesem Zeitpunkt wusste

Neue Vorwürfe gegen das international tätige Betrugsnetzwerk Aras Group aus Dubai: Offenbar werden seit Jahren vertrauliche Unterlagen und Personaldokumente für das Organisierte Verbrechen benutzt. Ohne Wissen der Kreditsuchenden werden danach Ausweiskopien und persönlichen Daten für die Eröffnung von illegalen Offshore-Konten genutzt. :gerlachreport konnte bis heute ermitteln, dass derartige Konten in Panama, auf den Bahamas, den Virgin Islands und den Cayman Islands existieren. In diesen Ländern reicht die testierte Kopie eines Ausweises in der Regel aus, um ein Konto mit Hilfe eines „Treuhänder“, der von der Aras bezahlt wird, zu eröffnen. Die Fälschungen der Testate werden sämtlich bei der Aras Group gefertigt. Mit diesen Konten wird dann gewerbsmässige Geldwäsche und die Finanzierung von Terror-Organisationen betrieben.

Kopf der Operation ist der deutsche Frank Kahn, der auch unter dem Namen Sebastian Müllerberg agiert. Bereits am 24. November 2016 hatte Müllerberg in einer E-mail an die Redaktion des :gerlachreport geschrieben: „Ich habe auch Unterlagen zur Aras Group. Die benutzen die Daten von Kunden und eröffnen damit Konten im Offshore-Sektor. So können Gelder gewaschen werden. Und noch viel mehr. Ich habe da interessante Fakten. Das ist Teil des Organisierten Verbrechens.“

Die Redaktion des :gerlachreport hatte die Brisanz der E-Mail zwar erkannt, war jedoch mit unterschiedlichen Fällen beschäftigt, die Sebastian Müllerberg, alias Frank Kahn, zu diesem Zeitpunkt der Redaktion zugespielt hatte.

Erst zu einem späteren Zeitpunkt wurde die Brisanz erneut aufgegriffen: Ende April begannen in Abstimmung mit verschiedenen Ermittlungsbehörden die umfangreichen Recherchen zur Aras Group. Nach einer ersten Veröffentlichung im Mai reagierte Frank Kahn binnen weniger Stunden. Er hatte kein Interesse, dass seine schmutzigen Spiele an die Öffentlichkeit kamen. Damit saß er in der Falle. Denn damit war die Verbindung des Sebastian Müllerberg, alias Frank Kahn, nachgewiesen.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er sich noch hinter einem anderen Unternehmen in Oman und einer anderen Scheinidentität versteckt. Was Müllerberg, alias Kahn, nicht wusste: Seit dem 13. Mai wurde sämtliche Telefonate von ihm aufgezeichnet. Seit diesem Tag war die Tarnung des Sebastian Müllerberg, alias Frank Kahn, bereits aufgeflogen. Dutzende Aras-Opfer, die telefonisch mit dem Aras-Mann Frank Kahn zu tun hatten, haben diesen inzwischen auch als Sebastian Müllerberg identifiziert. Entsprechende Aussagen liegen den Staatsanwaltschaften, die gegen die Aras Group ermitteln, ebenfalls vor.

In Absprache mit unterschiedlichen Ermittlungsbehörden war es auch das Ziel, die Aras-Ganoven um Frank Kahn zu entlarven: Jan Richter, Michael Hahn,, Inna Churova, Andrea Rossi, Hassan Najjar, Ibrahim Saadi und Vedat Yedilkaya. Alle Personen sind inzwischen Teil umfangreicher internationaler Ermittlungen, da die E-Mail-Konten der Aras Group komplett ausgelesen werden konnten. Auch die Kopien der E-Mails über verwendete Hotmail-Adressen liegen den Behörden inzwischen vor.

Ein kompletter Satz der Telefonate und Dokumente wurde vom :gerlachreport auch an die zuständigen Stellen in Dubai und bei den Vereinigten Arabischen Emiraten überreicht. Dort waren insbesondere die Verbindungen zum internationalen Terrorismus von Interesse - die Vereinigten Arabischen Emirate fahren hier eine „Null-Toleranz-Politik“.

Aus diesen überreichten Unterlagen ergibt sich, dass nahezu alle Kreditsuchenden der Aras Group Opfer der ungeheuerlichen Methoden geworden sind. Nach derzeitigen Recherchen kann davon ausgegangen werden, dass nahezu jeder Antragsteller ohne sein Wissen über Konten verfügt, die jedoch von der Aras Group für illegale Tätigkeiten des Organisierten Verbrechens benutzt werden: Finanzierung aus illegalen Waffengeschäften mit Terror-Organisationen, Einnahmen aus Drogenhandel. Einnahmen aus Prostitution und Menschenhandel, Geldwäsche.

Besonders pikant: Konten wurden auch für Unternehmen und Unternehmer eröffnet, die die Aras Group abgelehnt hatte oder die die unverschämt hohen Kosten für wertlose Unternehmen nicht bezahlen wollten. Besonders beliebt sind demnach auch Unternehmer und Unternehmen, denen unter den fadenscheinigsten Gründen bereits bewilligte, aber nie bezahlte Kredite gekündigt wurden.

Ein Ermittler zum :gerlachreport: „Es ist nicht auszuschließen, dass die betroffenen Personen bei Auslandsreisen plötzlich festgenommen werden und tatsächlich keine Ahnung haben, dass in ihrem Namen illegale Geschäfte getätigt worden sind. Es wird sicherlich sehr schwer für die Betroffenen, die Ermittler davon zu überzeugen, dass sie nichts von diesen Geschäften gewusst haben. Wenn ihnen die Geschäftsbeziehungen zur Aras Group nachgewiesen werden können, sind sie in einer nahezu ausweglosen Situation. Das wird fatal enden.“

Vor diesem Hintergrund ist mehr als verständlich, dass das „Oberhirn“ der Aras Group, Frank Kahn (oder wie immer er richtig heißt), derzeit eine massive Rufmordkampagne gegen den :gerlachreport und einzelne Personen führt. Sein Problem: Die tatsächlichen Fakten haben nichts mit den Auswürfen seines kranken Gehirns zu tun - das belegen schon Dutzende E-Mails und vor allem die Telefonmitschnitte. Da Kahn jeden Tag zur selben Zeit anrief, war die Überwachung und der Mitschnitt besonders einfach.

Aras-Opfer können sich an die Redaktion des :gerlachreport wenden. Dann kann auch festgestellt werden, ob sie tatsächlich Inhaber derartiger illegaler Konten sind. Alle Informationen werden in ausschließlich in Abstimmung mit den Ermittlungsbehörden durchgeführt, die Vertraulichkeit ist entsprechend garantiert.

So verrät Aras-Mann Frank Kahn seine Kunden

Sebastian Müllerberg, alias Frank Kahn, hatte immer viel anzubieten. Vor allem, wenn es darum ging, die Kunden der Aras Group zu diskreditieren

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