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Autark

Die Strafakte des Dr. Stefan Koschate, alias Kühn

:gerlachreport veröffentlicht bisher geheim gehaltene Akten über den Autark-Boss

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Die Anklageschrift gegen Dr. Stefan Koschate, der heute Stefan Kühn heißt. Sie ist eine Blaupause für den Autark-Betrug

Am kommenden Freitag tagt außerplanmässig der Aufsichtsrat der Autark Gruppe in Frechen. Auf dem Programm werden viele Punkte stehen. Einen packen wir jetzt dazu: Sie Strafakte des Dr. Stefan Koschate, der heute Stefan Kühn heißt. Kühn ist der Vorstand der Autark Group AG. Obwohl dem Aufsichtsrat die Strafakte vorliegt hat er bis heute nicht reagiert. Oder wie Aufsichtsratschef Hans-Peter Heickel schriftlich festhielt: Kühn ist der Herr im Haus. Auf gut deutsch: Hans-peter Heickel und seine beiden Aufsichtsräte Jürgen Blume und Hans Günter Michels sind Marionetten im schmutzigen Autark-Spiel.

Stefan Kühn ist einschlägig vorbestraft. Stefan Kühn ist ein Knacki, der jahrelang wegen seiner Betrügereien einsaß. Seine Reststrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die hat der Autark-Boss nach allen Kräften genutzt: Für neue Systeme des gewerbsmässigen Betruges. Für neue Wege, wie Anleger und Investoren aufs Kreuz gelegt werden. Schleichwege zur Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Und das alles unter einem neuen Namen: Autark.

Stefan Kühn hat in den letzten Jahren überall seine Hände aufgehalten: Wenn er angeblich Gelder für Autark-Investoren anlegte, wurde er bei dubiosen Geldgeschäften in Millionenhöhe für den Betrug belohnt. Es ging nie um Kleckerbeträge. So verschwanden mal eben 12,4 Millionen Euro Anlegergelder auf geheimen Offshore-Konten und auf dem Privatkonto von Kühns Ehefrau Sabine, die zusammen mit ihrem Mann in diesem jähr das 20jährige Betrugsjubiläum feiert. Damit sie ihre Klappe hält hat er ihr ein Theater gekauft.

Sabine Kühn, die nicht einmal in der Lage war einen Friseursalon zu führen und erfolgreich zu machen, leitet in Duisburg das „Theater am Marientor“ und führt auch dieses, wie zuvor ihren Frisiersalon, in die Pleite. Lieferanten werden nicht bezahlt, Versprechen nicht eingehalten. Sie sieht sich als ewig Verfolgte und hat die Fäden des Betrugsnetzwerkes fest in ihren Händen.

Kühn kaufte auch Unternehmen, die nichts mehr wert waren, um so Millionenbeträge zur Seite zu schaffen. Autark-Anlegern wurde vorgegaukelt, dass das Unternehmen Investitionen tätigte. In Wirklichkeit verschwanden so die Gelder auf Nimmerwiedersehen. Der tatsächliche Schaden geht weit über die 50 Millionen Euro-Grenze hinaus.

Der Autark-Betrug ist festgehalten. Auf mehr als 270 Seiten Strafermittlungsakte, die :gerlachreport exklusiv veröffentlicht. Die Akte, die bis heute unter Verschluss war, dokumentiert geradezu exemplarisch, wie in den letzten 20 Jahren das Ehepaar Sabine und Stefan Kühn systematisch, fortgesetzt, vorsätzlich und skrupellos Anleger und Investoren betrogen hat.

Damals hießen die Unternehmen noch nicht Autark. Aber die Methode war die selbe. Bei Autark wurden die Erfahrungen der Vergangenheit eingebracht - man muss Fehler ja nicht zweimal machen. Doch irgendwie hat das wieder nicht geklappt. Gegen Sabine und Stefan Kühn laufen bei den Staatsanwaltschaften in Dortmund und Siegen umfassende Ermittlungen.

Am kommenden Freitag tagt der Aufsichtsrat der Autark Gruppe. Aufsichtsratschef Heikel will in Frechen Vertreter von Behörden, Anwälte und anderes Fachpersonal versammeln, die die Ungeheuerlichkeiten der Vierbande um Stefan Kühn erklären sollen. Ob das gelingen wird, darf bezweifelt bleiben.

Insbesondere wenn man die Lektüre der Strafakte des Dr. Stefan Koschate, der heute Stefan Kühn heißt, gelesen hat.

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