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Aras Group

Die schillernde Karriere des Vedat Yesilkaya

Es gibt keine Scheichs, die als Esel für die Aras Group Dukaten scheissen

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Vedat Yesilkaya: Noch ein Aras-Mann, dessen Wurzeln jeder verfolgen kann. Das ist gut für die jetzt anstehenden regreß-Ansprüche gegen den Millionenbetrüger

Key Account Manager Vedat Yesilkaya hat eine schillernde Karriere hinter sich: Telefonverkäufer, Menschenhändler, Millionenbetrüger. Als verantwortlicher Manager bei der kriminellen Aras Group aus Dubai kann der Türke vor allem eine Talent besonders gut ausnutzen: Vedat Yesilkaya wird „ein gestörtes Verhältnis mit der Wahrheit“ nachgesagt, wie eine ehemaliger Kollege :gerlachreport bestätigt. Auf gut deutsch: Der Mann ist ein Lügner.

Er ist genauso verlogen, die die ganze arabische Mischpoke, die in der Aras Group ihr Unwesen treibt. Kreditsuchende Unternehmer und Unternehmen werden mit falschen Versprechen in die arabische Kreditfalle gelockt. Für angebliche Kredite, die jedoch niemals ausgezahlt werden, kassieren Yesilkaya und seine Kredit-Kanaillen bis zu sechsstellige Summen.

:gerlachreport hat inzwischen mehr als vier Dutzend Projekte von Kreditsuchenden überprüft: In keinem Fall hat die Aras Group, die angeblich mit „arabischen Öl-Milliarden“ arbeitet, auch nur einen Euro als Kredit ausbezahlt.

Wohl auch deshalb, weil das Unternehmen selbst nach der laxen Handhabe der Emirate gar keine Kredite vergeben darf. Die kriminelle Aras Group hat zudem die in Dubai geltenden Genehmigungen, die es für solche Geschäfte sogar dort gibt, „in keinem Fall eingeholt“, heißt es in dem Emirat. Die für Millionenkredite zuständige Zentralbank „kennt das Unternehmen nicht.“ Der ominöse Scheich, der als Aras-Goldesel die Dukaten kackt, ist nicht bekannt.

Der Trick der Ganoven, um sich vor den zugesagten Zahlungen nach der Kreditgenehmigung zu drücken: Wegen angeblich „falscher Angaben“ bei der Beantragung kündigt die Aras Group „fristlos“ den unterschriebenen Kreditvertrag und macht die Gegenrechnung auf, die ebenso dreist wie schwachsinnig ist: Sie rechnet, ohne auch nur einen Cent bezahlt zu haben, angebliche Schäden ab, die nie entstanden sind.

Faktum ist: Die Aras Group und ihre angeblichen Chefs sind „absolut mittellos.“ Und: „Selbst in Dubai sind derartige Schadensersatzforderungen lächerlich und haben keine Chance vor einem Gericht erfolgreich durchgesetzt werden zu können“, heißt es in der diplomatischen Vertretung der Emirate in New York, „das ganze ist ein internationaler betrug, um den wir uns kümmern werden.“

Kopf des Betrugsunternehmens ist nach bisherigen Recherchen des :gerlachreport der Rheinländer Frank Kahn, der auch als Sebastian Müllerberg auftritt und Menschen belügt und betrügt. Ob der Name Frank Kahn echt ist, wird derzeit noch ermittelt. Fest steht, dass der nach eigenem Bekunden 66jährige den Türken Vedat Yesilkaya „seit längerer Zeit kennt“, wie ein Informant :gerlachreport bestätigt.

Der heutige „Key Account Manager“ Vedat Yesilkaya hat nach eigenem Bekunden an der Rhein-Sieg-Hochschule in St. Augustin seinen „Bachelor of Science (B.S.)“ gemacht. Als Erste-Hilfe-Ausbilder beim „Malteser Hilfsdienst“ weiß er zumindest, wie man Wunden schnell verbindet. Das wird er jetzt gut gebrauchen können.

Seine berufliche Karriere war ebenso lang wie jeweils kurz: Studentenpraktika beim Amtsgericht Königswinter, bei ABB und bei REWE haben ihm jeweils für vier Wochen einen Einblick verschafft. Beim Meinungsforschungsinstitut „Infas - Institut für angewandte Sozialwissenschaft“ hat er Telefoninterviews gemacht.

Bei OBI jobbte er als Student für fünf Monate. Genauso lange bei der Bonaccura GmbH in Bonn. Vier Monate waren es bei der Bonner nhi2 AG. Erste Meriten verdiente er sich dann als Kalt-Akquisiteur bei der Bonner „Capital Future GmbH“, bevor er bei Vodafone Telefonverkäufer wurde. Die Probezeit nach sechs Monaten überstand er nicht.

Menschenhändler wurde der Aras-Mann dann bei der Londoner Personalagentur ChapmanBlack, die ihn nach vier Monaten feuerte. In der Frank Recruitment Group blieb er auch nur drei Monate.

Alles das war aber Qualifikation genug für das Betrugsunternehmen Aras Group. Die konnte jemanden mit einer derartigen Berufserfahrung und Fachexpertise für Kreditgeschäfte gut gebrauchen. Denn bei der Aras Group zählt nur die richtige Mischung aus Lug und Betrug als fachliche Qualifikation.

So wurde unser mitteltalentierter Millionenbetrüger schnell befördert und rückte zum „Key Account Manager“ auf. Nahezu jeder Vertrag ging über seinen Tisch. Er weiß also, wer das Geld verloren hat. Und er weiß, wer es jetzt hat. Seine deutschsprachigen Opfer können dann dutzendweise bestätigen.

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