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Abzocker

Die kriminellen Methoden des Dieter Morscheck

Offenbar auch ganz tief im OneCoin-Betrug verstrickt: Kassierte er gleich doppelt?

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Die letzten hinterlegten Zahlen zeigen, dass es dem Unternehmen GPW Inkasso wohl gar nicht so gut geht: Rund 200.000 Euro Verbindlichkeiten stehen angeblichen Forderungen in Höhe von rund 354.000 Euro gegenüber

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen Dieter Morscheck. Der Chef der dubiosen GPW Inkasso GmbH steht im Verdacht des gewerbsmässigen Betruges. Er soll Dutzende Anleger, die er angeblich vertritt, um ihr Geld gebracht haben. Es ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Nach bisherigen Recherchen hat das System des Dieter Morscheck Methode: Er verspricht seinen Kunden die Wiederbeschaffung ihrer angelegten Gelder. Hierfür kassiert er vorab fette Honorare. Leistungen erbringt er jedoch nicht. Dafür, so der Vorwurf, verhandelt er direkt mit seinen „Gegnern“, also den Schuldnern, kassiert doppelt und die betroffenen Anleger bekommen am Ende nichts.

Unter dem Titel: „Falsche Versprechen, unseriöse Anlagen, betrügerische Machenschaften“ bewirbt er seine „Dienstleistungen“. :gerlachreport liegen Unterlagen vor, die belegen, dass er allein im Fall des Betruges der „Protected Ltd.“ 40 Mandate aus Österreich angenommen hat. Hierfür kassierte er Honorare von betroffenen Anlegern von mehr als 100.000 Euro. Der tatsächliche Schaden für die Anleger beläuft sich auf mehr als eine Millionen Euro, die Morschek wiederbeschaffen wollte und sollte.

Er versprach alles und hielt nichts: Als Dieter Morscheck jetzt per Anwalt aufgefordert wurde, seine Tätigkeiten aus den letzten Jahren nachzuweisen und zu belegen, war er dazu nicht in der Lage. Recherchen ergaben: Seine angeblich geführten Prozesse auf Zypern gibt es dabei ebensowenig wie Verhandlungen mit den Gläubigern oder gar die Einschaltung teurer Rechtsanwälte.

Und: Dieter Morscheck und seine GPW Inkasso dürfen als beim Landgericht Stuttragrt registrierter Inkasso-Dienstleister gar keine Mandanten aus Österreich annehmen. Wohl deshalb hat sich der findige Schwabe jeweils eine individuelle Prozessvollmacht geben lassen. Helfen wird sie ihm nicht: Seine rechtliche Vertretung ist illegal, Morscheck ist nicht anwaltlich zugelassen.

Doch das ist nicht das einzige Problem des windigen Geschäftsmanns: In der GPW Inkasso GmbH ist er zwar Geschäftsführer, nach Auskunft des Landgerichts Stuttgart darf er jedoch für die GPW gar nicht als „qualifizerte Person" tätig werden. Ihm fehlt die Zulassung. Und weil das auch noch nicht ausreicht, findet als Folge der strafrechtlichen Ermittlungen derzeit eine Überprüfung der Inkassozulassung der GPW Inkasso statt.

Das alles ist aber erst die Spitze des Eisberges: Dieter Morscheck steckt auch tief im OneCoin/OneLife-Sumpf. Anlageopfern, die bei ihm Mandanten sind, bescheinigte er die Aussichtslosigkeit ihrer Forderungen. Gleichzeitig vertritt er OneCoin-Keuler und schützt diese vor den Anlegern.

Das gefährliche Spiel des unseriösen Inkasso-Mannes wird aber in der rechtlichen Konsequenz erst deutlich: Im Fall Protected Ltd. übernahm er die Mandante zu einem Zeitpunkt, als möglicherweise die Verjährung der Forderungen schon eingetreten war. Wie er auf dieser Basis noch tätig werden konnte, bleibt sein Geheimnis. Aber das Unternehmen GPW Inkasso gehört zu einem Betrugs-System, das seit mehr als 20 Jahren erfolgreich funktioniert - auch mit Hilfe eines Dieter Morscheck, der berechtigte Forderungen von Anlegern so lange hinauszögert, bis nichts mehr zu holen ist.

Der Fall Protected Ltd. wird ihm jetzt wohl das unternehmerische Genick brechen: Anleger wollen ihr Geld über seine Versicherung einklagen. Denn die haftet auf alle Fälle der unseriösen Art ihres Versicherungsnehmers Morscheck.

Der findige Schwabe wird wohl auch ein Fall für die Steuerfahndung, erfuhr :gerlachreport von den ermittelnden Anwälten. Denn seine Honorare hat er wohl schwarz kassiert. Jedenfalls tauchen sie in seiner Buchhaltung offiziell nicht auf.

Die letzten hinterlegten Zahlen zeigen, dass es dem Unternehmen GPW Inkasso wohl gar nicht so gut geht: Rund 200.000 Euro Verbindlichkeiten stehen angeblichen Forderungen in Höhe von rund 354.000 Euro gegenüber.

Das sind dann wohl die Gelder der abgezockten Kunden. Dieter Morschek hat die Forderungen seiner Kunden einfach als seine eigenen ausgewiesen.

Beim Landgericht fehlt bei Morscheck das „c“

In der GPW Inkasso GmbH ist Dieter Morscheck zwar Geschäftsführer, nach Auskunft des Landgerichts Stuttgart darf er jedoch für die GPW gar nicht als „qualifizerte Person" tätig werden. Ihm fehlt die Zulassung.

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