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Autark

Blender Jens Walther und Stefan Kühn erwischt

Rheinische Post: Mit Strafanzeige werden jetzt Investoren und Anleger getäuscht

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Stefan und Sabine Kühn: Rechtsanwalt Jens Walther ist der Erfüllungsgehilfe in ihrem neuen Betrugsmodell um die Autark Entertainment Group AG. Walther ist der Aufsichtsratsvorsitzende

Neue Entwicklung in Skandal um das Musical „Wallace“: Gegen den Aufsichtsratsvorsitzender der Autark Entertainment Group AG, Jens Walther (Leipzig) und alle entscheidenden Personen des dubiosen Unternehmens Autark Entertainment Group AG, ist eine umfassende Strafanzeige gestellt worden: Die Staatsanwaltschaften in Duisburg und Leipzig müssen sich jetzt um das Trauerspiel des Ehepaars Stefan und Sabine Kühn und ihrer Helfer kümmern. Denn es geht nicht nur um eine angebliche oder tatsächliche Absage des Musicals "Wallace", es geht auch um einen neuen, gewerbsmässigen Millionen-Betrug. Sabine und Stefan Kühn sollen aktuell zusammen mit dem Autark-Vertrieb illegal mehr als 20 Millionen Euro eingesammelt und in die eigenen Tasche gesteckt haben.

Hintergrund sind umfassende Ermittlungen und Maßnahmen der Staatsanwaltschaft Dortmund. Da mit der kurzfristigen Verhaftung von Sabine und Stefan Kühn gerechnet wird, sollten die Millionen für die Zeit der Untersuchungs- und Strafhaft genutzt werden. Das jedenfalls hat Stefan Kühn in einem vertraulichen Papier, das :gerlachreport vorliegt, festgehalten.

Es geht dabei um mehr als 20 Millionen Euro. Der Skandal und immer neue vom :gerlachreport aufgedeckte Fakten um das Musical "Wallace" und die Autark Entertainment Group AG hat das Abkassieren bei Investoren und Anlegern offenbar nachhaltig gestört.

Also muss Jens Walther ran. Als Rechtsanwalt kann er in der Öffentlichkeit angeblich glaubhaft darstellen, dass der einschlägig vorbestrafte Berufsverbrecher Stefan Kühn und seine nicht minder kriminelle Ehefrau Sabine als Opfer von dargestellt werden. Dabei schließt sich hier nur der Kreis um den seit Jahren laufenden gigantischen Autark-Betrug.

Mittendrin: Rechtsanwalt Jens Walther.

Für Stefan Kühn ist Jens Walther eine "gescheiterte Persönlichkeit". Das geht aus internen Unterlagen hervor, die dem :gerlachreport vorliegen. Ganove Kühn "kennt alle Leichen, die Jens Walther in Keller hat", schreibt er in einer vertraulichen Nachricht. Das sind offenbar viele. Denn sonst würde sich kein Rechtsanwalt für derartige Handlungen mißbrauchen lassen. Aber: "Der muss alles machen, was ich will", sagt Kühn. Er behauptet Vorgänge zu kennen, bei dem Walther Gelder von Treuhand- und Mandantenkonten "für den eigenen Bedarf abgezweigt hat". Und: "Der ist für mich genau richtig".

Der Leipziger Jurist, gegen den bereits in der Vergangenheit zahlreiche Verfahren bis hin zum Entzug der Anwaltszulassung liefen, hat sich mit einer falschen Anzeige in den Mittelpunkt des "Wallace"-Skandals katapultiert.

Das jedenfalls berichtet die Rheinische Post aus Düsseldorf. Die aktuelle Meldung liest sich so:

"Nach den über eine Agentur verbreiteten Nachrichten über das vermeintliche Ende des Musicals „Wallace“ im Theater am Marientor haben am Donnerstag die TaM Betriebsgesellschaft und die Autark Entertainment Group AG Strafanzeige gegen den vermeintlichen Urheber gestellt.

Jens Walther, Rechtsanwalt aus Leipzig, und laut der Homepage der Autark Entertainment Group AG auch deren Aufsichtsratsvorsitzender in Personalunion, bezichtigt in der schriftlichen Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft Duisburg einen in den USA lebenden Mann und dessen Internetportal „Gerlachreport“ der „Verleumdung (Rufmord), Nötigung, Erpressung“. Zudem wird die Strafanzeige auch wegen „aller anderen in Frage kommende Delikte“ gestellt.

Wörtlich wird in der Anzeige, die der Redaktion vorliegt, erklärt, der Mann habe „die zentralen Pressestellen wie DPA (Deutsche Presseagentur, Anm. d. Red.) mit Falschmeldungen versorgt, so dass die Produktion selbst in Gefahr geraten ist“.

Dies ist verwunderlich, weil die Macher des „Wallace“-Musicals, wie berichtet, stets betont hatten, dass die Proben ganz normal liefen und der „Weltpremiere“ am 14. November im Theater am Marientor nichts entgegenstünde."

:gerlachreport hatte exklusiv berichtet, dass der Berufsverbrecher Stefan Kühn, offenbar mit Hilfe seiner Ehefrau Sabine, die Nachricht über die Absage des Musicals über sein persönliches und geschütztes Konto bei der Deutschen Presseagentur (s.kuehn@autark-entertainment.com) selbst lanciert hat. Kühn wollte so medienwirksam den schleppenden Verkauf der Tickets für das Musical ankurbeln.

Der Schuß ist offenbar in die Hose gegangen. Nicht das erste Missgeschick des Ehepaars. Sabine Kühn war Theaterchefin des "Theater am Marientor". Offiziell wurde sie wegen "Veruntreuung" über die Allzeitwaffe Rechtsanwalt Jens Walter gefeuert. Dann wurde die Anzeige zurückgezogen. Heute nennt sich Sabine Kühn in der Affäre "Wallace" eine "Helferin".

Auch dieses Inszenierte Kühn-Schauspiel diente nur dem Ziel, das Verschwinden der Anleger-Gelder der Autark zu erklären. Heute ist bekannt, dass Sabine Kühn mit Autark-Geldern gekaufte Immobilien, von denen nicht einmal die Staatsanwaltschaft etwas weiß, unter der Hand verscherbeln möchte, um zusätzliches Geld in die Kassen zu schaufeln. Doch das ist noch nicht alles.

Die Autark Entertainment Group AG hat in den vergangenen Wochen illegal über gefälschte Gutachten und manipulierte Bilanzen nicht zugelassene Aktien an Investoren ausgegeben, die das Musical "Wallace" finanzieren sollten. Die BaFin hat gegenüber :gerlachreport bestätigt, dass "nicht einmal ein Antrag zur Aktienzulassung vorliegt". Kühns zusätzliches Problem: Diese Aktien waren bereits an rund 3.500 Anleger der Autark-Gruppe übertragen, die auf die Rückzahlung von mehr als 50 Millionen Euro warten.

Dieser Schwindel ist auch durch die Berichterstattung des :gerlachreport aufgeflogen. Jens Walther steckt auch als Aufsichtsratschef in Erklärungsnot: In allen Millionenbetrügereien des kriminellen Ehepaars Sabine und Stefan Kühn ist er tief verstrickt. Die gesetzlichen Vorschriften zur Kontrolle hat er erst gar nicht erfüllt. Für das Wegschauen kassiert auch er kräftig ab.

:gerlachreport hatte bereits berichtet: Neben der Autark Entertainment Group AG spielt der Rechtsanwalt und Aufsichtsratschef auch bei den Vermögensverschiebungen der Autark Invest AG, der INCO Genossenschaft und natürlich in der TaM Betriebsgesellschaft mbH, die das "Theater am Marientor" eine wichtige Rolle: Über seine Anwaltskonten sind die verschwundenen Gelder der Autark-Anleger geflossen.

:gerlachreport liegen Unterlagen vor, die nachweisen, dass das Ehepaar Sabine und Stefan Kühn über diese Anwaltskonten und mit Hilfe von Jens Walther Gelder vor dem Zugriff von Zwangsvollstreckungen und der Staatsanwaltschaft Dortmund versteckt haben und weiter verstecken.

Als Rechtsanwalt ist Jens Walther der Blender im Autark-Spektakel.

So soll seine medienwirksame Strafanzeige jetzt auch einen ganz anderen Fall vertuschen: Stefan Kühn schuldet amerikanischen Partnern aktuell mehr als 430.000 Euro. Angebliche Zahlungen der Forderungen hatte mit gefälschten Bankbelegen dokumentiert, die derzeit von der Sparkasse Duisburg ausgewertet werden. Für den 15. September 2019 vertraglich und schriftlich zugesagten Zahlungen in Höhe von 2,5 Millionen Euro blieben aus. Fatal: Stefan und Sabine Kühn machten die Zahlungszusage, obwohl sie wussten, dass sie derartige Forderungen niemals erfüllen würden und können, da die Gelder bereits zur Seite geschafft sind - Betrug.

Interessant auch: Wie die Rheinische Post berichtet, ist von dem angeblichen "Hackerangriff" nichts übrig geblieben. Die vergangenen Tage haben zudem gezeigt, dass vom fadenscheinigen Vorwurf der "Verleumdung (Rufmord), Nötigung, Erpressung und aller anderen in Frage kommenden Delikte" nichts übrig bleibt. Schon einmal hatte Blender Walther auf diesem Wege versucht, die Öffentlichkeit zu täuschen: Als sich die Berichte des :gerlachreport über Betrugspaar Sabine und Stefan Kühn als wahr herausstellten, nahm Walther seine Strafanzeige zurück - aus Angst wegen falscher Anschuldigungen vor dem Kadi zu landen.

Berufsverbrecher Stefan Kühn und seine Ehefrau Sabine brauchen jedoch derartige Schweinereien, damit sie immer noch eine glaubwürdige Geschichte für ihre abgezockten Investoren, Anleger und Vertriebs-Jünger vorweisen können: Schuld sind immer die anderen. Aber auch dieses Mal ist das nicht geglückt.

Pech nur, dass das jetzt nicht mehr klappt.


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