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Autark

Der unglaubliche, aber wahre 6-Millionen-Betrug

Wie die Ganoven Kühn und Nacke sich die Millionen zuschusterten

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Stefan Koschate, alias Kühn: Wenn um das Abzocken von Autark-Kunden geht, ist er bestimmt ganz vorne dabei

Um das Schurkenstück des mehrfach vorbestraften Berufsverbrechers Stefan Koschate, alias Kühn, zu verstehen, muss man sich als Autark-Anleger in folgende Situation versetzen: In guten Glauben hat man Kühn und der Autark-Gruppe im Rahmen eine Nachrangdarlehns Geld anvertraut. Diese Geld sollte treuhänderisch verwaltet über Jahre eine Rendite erwirtschaften, die am Ende nicht nur das eingezahlte Geld wieder ausschüttet. Durch geschickte Investitionen und Beteiligungen sollte so zusätzlich eine garantierte jährliche Rendite erwirtschaftet werden. Das klingt soweit vernünftig. Viele hatten sich deshalb für eine Investition in der Autark-Gruppe entschieden.

Jetzt beginnt die Geschichte: Stefan Koschate, alias Kühn, sucht intelligente Beteiligungen, die irgendwie das oben Beschriebene erfüllen und gleichzeitig sein grundsätzliches Problem lösen. Koschate und seine Bande sind gierig: rund 20 Prozent werden aus den Investitionssummen an offenen und verdeckten Provisionen gezahlt. Hauptverdiener: Stefan Koschate, alias Kühn.

Im Jahr 2016 sucht und findet Koschate, der von guten Geschäften so viel Ahnung hat, wie eine Kuh vom Eierlegen, Oliver Nacke aus Hessisch-Oldendorf.

Der braucht gerade viel Geld und sitzt mit seiner Archea-Gruppe auf dem Trockenen: Irgendwie klappt das mit seinen Biogasanlagen nicht. Glaubt man den Unterlagen, die :gerlachreport vorliegen, ist Nacke nicht weniger kriminell als sein Geschäftspartner: Seine Biogasanlagen sind marode, alte Technik verkauft als ständig als neu und es gelingt ihm sogar, eine deutsche Versicherung als Investoren zu gewinnen. Standortunterlagen sind gefälscht und die Anlagen illegal gebaut.

Das gesamte Autark-Archea-Geschäft ist längst Teil umfassender staatsanwaltlicher Ermittlungen: Koschate, alias Kühn, gewährt Nacke großzügig ein Darlehn über sechs Millionen Euro - Anlegergelder, die Autark-Kunden niemals wiedersehen werden.

Denn Koschate und Nacke wissen: Die Archea-Gruppe und die dazugehörende „Biogaspark Deutschland GmbH“ sind pleite. :gerlachreport erfuhr, dass bereits am Tag der Vertragsunterzeichnung die beteiligten Notare eindringlich vor dem Deal gewarnt hatten. Koschate war das egal: Er übernahm die bereits faktisch insolvente Unternehmensgruppe und witterte noch ein gutes Geschäft.

Er konnte so den Autark-Anlegern vormachen, dass er nicht nur viel mehr Geld investiert hat. Die Rede ist von mehr als zehn Millionen Euro. Koschate musste seine „Privatentnahmen“ geschickt vertuschen und tarnen - schon, um den Untreue-Tatverdacht, der gegen ihn erhoben wird, zu schwächen.

Oliver Nacke wusste, dass seine Unternehmen nichts mehr wert sind. Deshalb hat er sich, so Insider, auch schnell bereit erklärt, Stefan Koschate, alias Kühn, eine „fette Provision“ für das Geschäft zu zahlen. Teilnehmer berichten :gerlachreport, dass Koschate „mehr als zwei Millionen Euro“ für das Geschäft kassiert haben soll - Geld, das dann über seine Ehefrau gewaschen wurde. Nackt hat die Kaufsumme dann persönlich einkassiert.

Es kam, wie es kommen musste: Die Unternehmen waren schnell pleite und die Autark-Anleger ihr Geld los. Oliver Nacke läuft wie Stefan Koschate, alias Kühn, immer noch frei herum. Nacke macht sich mit den Autark-Geldern ein schönes Leben und Koschate tönt in der Gegend herum, Nacke habe ihn betrogen und solle jetzt das Darlehn zurückzahlen. Denn Koschate ist pleite - ihn drücken mehr als 200 Arreste von Anlegern, die ihr Geld wiederhaben wollen.

Von den Provisionen, die Koschate kassiert und über seine Ehefrau Sabine Kühn gewaschen hat, sagt er natürlich nichts. So werden dann erneut die Autark-Anleger kräftig aufs Kreuz gelegt. Es war halt, wie Koschate das ausdrückt, „einfach nur schlechte unternehmerische Entscheidungen. Nicht jedes Geschäft kann klappen.“

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