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Bitcoin

Das schmutzige Immobilien-Geschäft in Dubai

Anonymer Grundstückskauf und Bezahlung in Bitcoin in Deutschland nicht möglich

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Jeder weiß, dass Dubai inzwischen zu einem Standort des internationalen Verbrechertums verkommen ist. Viele Europäer, die nicht mehr zurück können, haben hier Unternehmen und Immobilien erworben

In Dubai werden immer mehr Immobilien-Geschäfte mit Bitcoin abgewickelt. Jetzt wurden 50 Luxus-Apartments zwischen 130.000 und 380.000 US-Dollar verkauft - zwischen 15 und 45 Bitcoins. Besonders pikant: Bei den meisten Käufern handelt es sich nach Recherchen von :gerlachreport um internationale Investoren, die „dem kriminellen Milieu zugerechnet werden müssen“. Das hat ein Mitarbeiter des Innenministeriums in Dubai gegenüber :gerlachreport bestätigt. Und: Alle Käufer werden „nach geltendem Recht des Emirats“ überprüft. So werden „die Reisepässe der Käufer benötigt“, heißt es und „jeder braucht einen Nachweis , dass er sich die Wohnung auch leisten kann.“ Als Käufer „können natürlich auch Unternehmen auftreten“, heißt es. Kontrollmöglichkeiten? „Faktisch keine. Das wird toleriert.“

Ein Insider zum :gerlachreport: „Jeder weiß, dass Dubai inzwischen zu einem Standort des internationalen Verbrechertums verkommen ist. Viele Europäer, die nicht mehr zurück können, haben hier Unternehmen und Immobilien erworben. Sie sind sicher. Es gibt zwischen dem Emirat und Europa kein Auslieferungsabkommen. Dubai ist ein sicherer Hafen.“

In den vergangenen Monaten sind die Bitcoin-Kontrollen in vielen Staaten massiv erweitert worden. Bitcoin wird auch von kriminellen Netzwerken genutzt. Die Kryptowährung steht auch für Geldwäsche, Drogengeschäfte, Menschenhandel und internationale Waffengeschäfte. Durch die massiven Kursgewinne flüchten viele Kriminelle inzwischen in die krisensicheren Immobilien.

Der Kauf mit Bitcoins wird hauptsächlich von britischen Immobilienentwicklern gefördert. Aus ihrem Bestand kommen auch die 50 der 1.300 Einheiten in Dubai. Insgesamt handelt es sich um eine 327 Millionen Dollar teure Projektentwicklung. Weltweit werden Immobilien mittlerweile gegen Bitcoin angeboten, wenn auch noch in überschaubarer Zahl.

Auch in Deutschland werden inzwischen bei Immobilienkäufen Bezahlungen gegen Bitcoin angeboten. Insider schwärmen von den Vorteilen: Alle Abwicklungsprozesse würden einfacher und schneller. Gleichzeitig sei die Wallet, in der die Bitcoins liegen, direkt einsehbar. Damit kann geprüft werden, ob der Käufer auch ausreichend Geld besitzt.

Das Problem: Bitcoin ist kein anerkanntes Zahlungsmittel. Es gibt auch keinen klaren Wechselkurs. Damit kann das Finanzamt die Grunderwerbssteuer nicht berechnen. Aufseher und Finanzexperten warnen zudem immer wieder vor den Risiken der Kryptowährung, vor einer Blase, vor Spekulation und reiner Zockerei. Tatsächlich schwankt der Kurs extrem. Wurde im Dezember noch das Allzeithoch über 20.000 Dollar je Bitcoin markiert, ist die virtuelle Währung heute wieder weniger als die Hälfte dessen Wert.

Das macht auch Immobilienhandel in Bitcoin für Verkäufer riskanter. Apartments in Dubai werden grundsätzlich in Dollar ausgewiesen und am Tag der Wertstellung in Bitcoin umgerechnet. Ein Luxusapartment in Dubai hat in Bitcoin also nicht immer denselben Preis. So hat ein Apartment ursprünglich einmal 60 Bitcoin gekostet, dessen Bitcoin-Wert ist auf heute 27,5 Bitcoin angepasst worden.

So läuft der Kauf mit Bitcoins in Deutschland

 

Ein anonymer Grundstückskauf ist in Deutschland auch bei einer Bezahlung in Bitcoin nicht möglich. Der Notar ist beim Kauf verpflichtet, die Identität des Käufers zu prüfen und zu ermitteln, ob dieser für sich selbst oder einen anderen wirtschaftlich Berechtigten handelt. Laut Geldwäschegesetz muss der Verkäufer nur die Identität des Käufers prüfen, nicht, woher das Geld stammt. Gibt es einen Verdacht auf Geldwäsche, wird dies der Staatsanwaltschaft gemeldet, die dann ermittelt.

Das kann aber knifflig werden: Wenn ein Käufer als Strohmann für einen Dritten handelt, wird es aufgrund der fehlenden Nutzerregistrierung bei den Bitcoin-Wallets komplizierter als bei einer Überweisung, herauszufinden, woher das Geld wirklich stammt. Damit sind Manipulationen Tür und Tor geöffnet.

Im Grunde unterscheidet sich ein Kauf mit Bitcoin kaum von einem Kauf mit Bargeld. Bei beiden Kaufarten fallen Banken als zusätzliche Prüfungsinstanz weg. Theoretisch können zwar auch die Bitcoin-Börsen geldwäscherechtlich verpflichtet sein, die Identität der jeweiligen Bitcoin-Handelspartner zu überprüfen, in der Praxis dürfte dies aber bereits daran scheitern, dass diese Börsen gar nicht in der EU angesiedelt sind.

Ein Restrisiko der Geldwäsche also bleibt und das wird durch unterschiedliche Gesetze in unterschiedlichen Rechtsräumen bei internationalen Käufen nicht minder kompliziert. Dubai nutzt das jetzt einfach aus.

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