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OneCoin

Das Ende: Kein Börsengang, Ignatova auf der Flucht

Am Ende ist selbst die Welt zu klein für den Riesenbetrug

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Experten gehen davon aus, dass das Betrugsnetzwerk OneCoin/OneLife endgültig am Ende ist. 3,2 Millionen Menschen verlieren damit ihre gesamten Investitionen in das System, das sie reich machen sollte

Das dürfte das Ende des Betrugsnetzwerkes OneCoin/OneLife sein: Der immer wieder verschobene Börsengang ist endgültig abgesagt worden. Die „Erfinderin“ des Betrugssystems, die in Deutschland vorbestrafte Dr. Ruja Ignatova ist auf der Flucht. Wo sie sich aufhält: Unbekannt. Schlimmer noch: Die chinesische Justiz hat einen endgültigen Riegel vor OneCoin/OneLife geschoben. Nach derzeitigem Stand verlieren alle chinesischen „Investoren“ ihr Geld.

Der Niedergang der angeblichen Kryprowährung hatte sich seit Monaten angekündigt. Immer wieder gab es neue Termine, immer weiter wurden die angeblichen Zahlungstermine hinausgeschoben. Am Ende war selbst die Welt zu klein für das Betrugsnetzwerk: Weltweite Verbote, Ermittlungen, Strafverfahren, Konfiszierenden von Geldern, Inhaftierungen und Warnungen haben OneCoin/OneLife im Mark getroffen.

Unfassbar: Auch heute werden beispielsweise in Österreich und Deutschland immer noch Anleger für das Betrugsnetzwerk OneCoin/OneLife angeworben. Der :gerlachreport hatte bereits vor Monaten eindringlich gewarnt. Doch unsere Berichte, Hintergründe und Fakten wurden als „Fake news“ bezeichnet. In einer Hexenjagd versuchten die verantwortlichen Drahtzieher Informanten und Opfer einzuschüchtern. Korrupte Rechtsanwälte schrieben gleich in Massen Abmahnungen und versuchten auch an dem Betrug zu kassieren.

Jetzt platzte die OneCoin-Blase, als britische Großinvestoren nach Sofia flogen, um von Dr. Ruja Ignatova aus erster Hand zu erfahren, wo die Millionen geblieben sind. Dabei erfuhren sie, dass die Krypta-Erfinderin auf „der Flucht vor aufgebrachten Investoren“ ist. Sie soll bereits vor Tagen ihr Büro in Bulgarien fluchtartig verlassen haben und aus Bulgarien „geflohen“ sein.

In der bulgarischen OneCoin-Zentrale hieß es lapidar: „Wir hatten heute ein Treffen in unserem Hauptquartier in Sofia. Leider war es Dr. Ruja nicht möglich, an diesem Treffen teilzunehmen. Es wurde beschlossen, den zunächst für 2015 geplanten und dann bis ins kommende Jahr geplanten Börsengang abzusagen. Stattdessen ist jetzt für Oktober 2018 eine Initial Coin Offer (ICO) geplant.“

Der CEO des OneCoin-Netzwerkes Pierre Arens hat diese Informationen inzwischen bestätigt.

Die Umwandlung von einem Börsengang zu einem ersten Angebot der Kryptowährung OneCoin ist nichts anderes als eine falsche Fährte. So sollen die weltweit aufgebrachte Anleger und Investoren ruhig gestellt werden, die dreistellige Millionenbeträge in das kriminelle Netzwerk investiert haben. Derzeit gehen die Ermittlungen von rund 3,2 Millionen Opfern aus.

Schlimmer noch: Inzwischen werden weltweit für mehr als 60 Kryptowährungen die ICOs abgesagt. Hauptsächlich aus rechtlichen und regulatorischen Gründen. Denn die Finanzwächter sind endlich wach geworden: Nach einer weltweiten Untersuchung „sind 95 Prozent aller Kryprowährungen nichts anderes als Betrugssysteme“. Darunter: OneCoin.

Damit ist auch klar: Die seit Monaten betrieben Umwandlung der wertlosen OneCoin-Token ind noch wertlosere OneCoin-Aktien war nichts anderes als ein Riesenbetrug.

Tatsächlich hat sich auch bestätigt, was der :gerlachreport bereits vor Wochen analysiert und berichtet hatte: In Asien findet sich für das Betrugsnetzwerk kein geeigneter Börsenplatz. Die Ausweichmöglichkeit eines ICO ist nach derzeitigem Stand nicht gegeben.

Das Ende von OneCoin/OneLife ist eigentlich schon besiegelt: Die chinesische Aufsicht hat angeordnet, dass sämtliche Investitionen in OneCoin abzuwickeln sind und die Anleger ihr Geld zurück bekommen. Aber auch hier weiß die OneCoin/OneLife-Leitung Rat: „Es ist zu erwarten, dass die chinesischen Mitglieder ihr Geld wegen der staatlichen Regulierungen verlieren werden.“

China war für OneCoin/OneLife einer der größten Märkte. Faktisch das finanzielle Rückgrat des gesamten Betrugssystems.

Jetzt ist das Rückgrat gebrochen.

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