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Seibold Capital

Da macht der Chef einen vorsätzlichen Bankrott

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Seibold hat nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Vermögen verschoben un falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben

Die Staatsanwaltschaft München II hat gegen Alexander Seibold, den ehemaligen Inhaber des Vermögensverwalters Dr. Seibold Capital, im Zusammenhang mit finanziellen Problemen und der Insolvenz seiner Gesellschaft Anklage wegen vorsätzlichen Bankrotts erhoben. Nach Ansicht von Juristen müssen die Vorwürfe gegen Seibold „stichhaltig“ sein. In der Regel werden Vermögensverwalter auch in komplizierten Fällen von Staatsanwälten verschont. Insbesondere die Staatsanwaltschaft München hat in der Vergangenheit manchen dicken Fisch von der Angel gelassen. Die zuständige Wirtschaftsstrafkammer muss jetzt entschieden, ob sie die Anklage zulässt.

Die Untersuchungen gegen Seibold laufen seit Oktober 2013. Die Finanzaufsicht BaFin das Insolvenzverfahren zwangsweise ein. Zugleich stellte sie den Entschädigungsfall für das Unternehmen fest. Damit startete die in solchen Fällen zuständige Entschädigungseinrichtung der Wertpapier-Handelsunternehmen (EdW) eigene Untersuchungen. Sie prüfte, ob sie Ansprüche von ehemaligen Kunden Seibolds übernehmen muss.

Auslöser für diese aufsichtsrechtlichen Ermittlungen war die Meldung eines Kunden an die BaFin. Dieser hatte den Verdacht, dass bei der Verwaltung seines Depots nicht alles rechtmäßig abgelaufen sei. Ende Sommer 2014 entschädigte die EdW sogar einen ehemaligen Mandanten Seibolds wegen „rechtswidrig angenommener und zweckwidrig verwendeter Kundengelder“ mit dem Höchstsatz von 20.000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft nahm im Laufe des Jahres 2014 strafrechtliche Ermittlungen wegen Konkursverschleppung auf. Die vorliegende Anklageschrift umfasst mehrere Punkte: Nichtanzeigen der Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit bei der BaFin. Die anderen Vorwürfe beziehen sich auf den Vorwurf des „vorsätzlichen Bankrotts sowie falscher eidesstattlicher Versicherungen“.

Strafrechtlich relevant seien dabei auffällige Grundstücksverkäufe und -schenkungen sowie Geldtransfers ins Ausland. Hierbei ging es wohl um Versuche, Vermögen der Insolvenzmasse zu entziehen. Außerdem soll Seibold falsche eidesstattliche Erklärungen gegenüber einem Gerichtsvollzieher abgegeben haben.

Seibolds Institut hatte spätestens ab 2013 wegen massiver Abflüsse von Kundengeldern nach enttäuschender Performance sowie Entschädigungszahlungen mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Kommt es zu einer Verurteilung liegt das Strafmaß zwischen drei und fünf Jahren.

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