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Corrigo

So verlogen ist Chef Ralf Willems

Dumm ist der, der Dummes tut

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Vielleicht sollte man ein Gesetz erlassen, damit dumme Vorstandsvorsitzende an der Ausübung ihrer Tätigkeit gehindert werden. Ralf Willems hätte durch eine solche Regelung nur Vorteile

Wer will eigentlich Corrigo-Chef Ralf Willems noch glauben? Und wer soll bei seinem Unternehmen überhaupt noch einen Auftrag unterzeichnen? Und wer will für das Unternehmen überhaupt noch arbeiten? Die Antwort steht fest: Niemand. Hoffentlich. Denn der Corrigo-Chef hat sich inzwischen um Kopf und Kragen geschrieben, pardon gelogen. Das ist dumm.

Zum Wochenende hatte er in einer neuerlichen E-Mail an die „sehr geehrten Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartner“ eine erneute „Stellungnahme“ zu den Berichten des :gerlachreport geschrieben. Hinter den Kulissen hatte er zeitgleich verschiedene Personen angesprochen, „ob es eine Möglichkeit gibt, die Berichte verschwinden zu lassen.“

Das war dumm.

Willems, der bereits der Lügen überführt wurde, sprach dann von „dubiosen Artikeln“. Und: „Zu keinem der willkürlich im Internet veröffentlichten Artikel wurde je eine Stellungnahme durch die CORRIGO AG angefordert. Die wesentlichen Behauptungen sind allesamt unwahr und es werden nach freiem Empfinden Behauptungen aufgestellt und Zusammenhänge erfunden. Das entbehrt jeder journalistischen Ethik. Die Autoren verstecken sich hinter einer Plattform, die ohne Impressum und damit ohne ladungsfähige Anschrift schwer greifbar sind. Der mutmaßliche Herausgeber wird in Deutschland wegen diverser Vergehen per Haftbefehl gesucht.“

Diese Aussagen sind dumm.

Zur Klarstellung: Bei der Berichterstattung des :gerlachreport handelt es sich keineswegs um eine „willkürlich im Internet“ erfolgte Berichterstattungen, die „allesamt unwahr“ sind. Tatsächlich handelt es sich bei der Corrigo AG um ein Geschäftsmodell, das auf einem Betrug aufgebaut ist, das mehr als 100 Millionen Euro schwer ist - den MEG-Skandal.

Willems beklagt sich zudem über „journalististische Ethik“, nachdem er die Redaktion bereits als „kriminelle Vereinigung“ und „Erpresser“ abqualifiziert hatte. Angeblich, so lügt Willem weiter, würde „der mutmaßliche Herausgeber wegen diverser Vergehen per Haftbefehl“ gesucht.

Wer soll das sein, Herr Willem?

Die Stellungnahme des Corrigo-Chefs hat dann die Redaktion veranlasst, unabhängig von den der Redaktion vorliegenden Unterlagen, eine „offizielle“ Presseanfrage zu stellen. Bis zum Redaktionsschluss lagen dann Willems Antworten vor. Sinnvolle oder qualifizierte Antworten sucht man vergebens.

Das ist an Dummheit nicht zu überbieten.

Der Reihe nach: Willems konnte nicht einmal die Frage beantworten, welche Behauptungen in der Berichterstattung aus seiner Sicht „unwahr“ sind. Seine lapidare Antwort: „Eine Beweislastumkehr gibt es nicht. Sie müssen schon beweisen können, was Sie behaupten.“

Das ist dumm: Die Redaktion muss gar nichts beweisen. Denn sie kennt die Fakten.

Willems hatte sich auch über die „journalistische Ethik“ echauffiert. Auf die Frage, was er damit meint, antwortete er mit einem Internetlink zu Wikipedia - den Pressekodex. So funktioniert möglicherweise Verkündungs-Journalismus, jedoch niemals investigative Berichterstattung. Mehr noch: Willems kannte auch die E-Mail-Adressen der Redaktion. Immerhin hat er dorthin geschrieben. Eine „Richtigstellung“ verlangte er indes nie.

Das ist dumm.

Willems wurde aufgefordert, die Anfeindungen gegen die Redaktion und ungeheuerlichen Behauptungen gegen „mutmaßliche Herausgeber“ zu belegen. Die Fragen der Redaktion: „Wer soll der mutmaßliche Herausgeber sein? Welche Unterlagen haben Sie, derartige Behauptungen zu veröffentlichen? Woher haben Sie solche Informationen?“, beantwortete Willems: „Zeige ich Ihnen gerne, sobald Sie mir Ihre Unterlagen vorlegen“.

Das ist dumm und kriminell. Denn Willems hat vorsätzlich, willentlich und arglistig falsche Behauptungen aufgestellt.

Und es wird immer dreister: Die Redaktion hatte gefragt, „wie erklären Sie den uns vorliegenden Schriftverkehr mit Alexander Bräutigam und seinem Unternehmen?“ Und: „Wer hat wann, warum Herrn Bräutigam zu einem Berater der Firma Corrigo AG gemacht?“.

Ralf Willems: „Das deutsche Finanzhaus am Rhein (das Unternehmen von Alexander Bräutigam und seiner Ehefrau) ist angebundener Partner der Corrigo AG. 0 Kunden“. Und jetzt wissen wir auch, wer die Schuld am Corrigo-Dilemma trägt: „Peter Heikel in seiner ehemaligen Rolle als Vertriebsvorstand. Warum? Sie müssen ihn fragen.“

Jetzt wissen wird endlich, dass Ralf Willem wirklich dumm ist. Denn er weiß offenbar gar nicht, wie es in seinem Unternehmen aussieht: Peter Heikel, so Willems Antwort, ist als ehemaliger Vertriebsvorstand schuld.

Und er wird wohl auch, ohne Wissen seines Vorstandsvorsitzenden, die 440.000 Adressen von Alexander Bräutigam empfangen haben. Und Heikel wird dann auch die Zahlungen der Corrigo an Bräutigam veranlasst haben. Natürlich ebenfalls ohne Wissen von Ralf Willem.

Auch das ist dumm.

Wenn Ralf Willem von all dem nichts weiß, wieso behauptet er dann, dass die Berichterstattung vom :gerlachreport falsch sein könnte?

Ein Bonbon gibt es zum Ende des Fragenkatalogs der Redaktion. Sie wollte wissen: „Roland Zimmer hatte als Ihr Aufsichtsrat erheblichen Anteil am Wachstum der Corrigo AG. Auch durch die Adressdaten von Alexander Bräutigam und der AXA-Daten. Können Sie kategorisch, auch unter Vorlage einer Eidesstattlichen Versicherung bestätigen, dass es zu keiner Zeit einen Datenaustausch zum Vorteil der Corrigo AG gegeben hat?“

Willems Antwort: „Weder hat Roland Zimmer einen erheblichen Anteil am Wachstum der CORRIGO AG, noch hat es Adressdaten von Bräutigam oder AXA gegeben. Ja, ich kann zu 100 % ausschließen, dass solche Daten im Bestand der CORRIGO AG sind.“

Aber an Eides Statt will er das dann doch lieber nicht erklären.

Das ist dann richtig dumm.

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