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Corrigo

Schwere Vorwürfe gegen den Vertrieb

Immer mehr Mitarbeiter wollen ganz schnell weg

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Oliver Andert (li.) und Stefan König sollen eine maßgebliche Rolle bei den Drückerkolonnen der Corrigo AG spielen - mit gestohlenen Adressen

Die Vermittler der Corrigo AG sollen „nach Manier brutaler Drückerkolonnen“ arbeiten, um „die Geschäftsziele zu erreichen“, heißt es in einer aktuellen Anzeige an die BaFin, die :gerlachreport vorliegt. Auf der Strecke, so heißt es weiter, „bleiben immer die Kunden“. Und: „Es werden auch Produkte und Leistungen verkauft, die eigentlich von der Corrigo AG gar nicht vertrieben werden“. In anderen Worten: Illegale Kapitalanlagen.

Danach werden auch die zentralen Vorwürfe, über die :gerlachreport berichtet hatte, bestätigt. Die in Kaisersesch ansässige Corrigo AG, die sich eigentlich auf den Wechsel von privaten Krankenversicherungen spezialisiert hat, arbeitet demnach als Tarnorganisation für den mit internationalem Haftbefehl gesuchten Mehmet Göker. Zu seinem Repertoire gehören auch „unzulässige Kapitalgeschäfte“.

Seine Methoden brachten eine ganze Branche in Verruf: Steuerhinterziehung, Schein-Selbständigkeiten von Versicherungsvermittlern, Untreue, Insolvenzverschleppung, Verrat von Geschäftsgeheimnissen, Datendiebstahl und gewerbsmässiger Betrug.

Diese strafbaren Handlungen, so der Vorwurf, „werden heute von den Vertriebsmitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens unvermindert fortgesetzt“. Weiter: „Der Corrigo-Vertrieb wird wie eine Drückerkolonne geführt. Opfer sind die Kunden, die von gescheiterten Existenzen nicht nur aus dem ehemaligen MEG-Vertrieb betreut werden. Es wird nicht verkauft, was für den Kunden wichtig ist, sondern nur, was Geld in die Kasse spült.“

Ins Visier sind deshalb jetzt Oliver Andert und Stefan König geraten, die als freiberufliche ehemalige Kapitalanlage- und Versicherungsvermittler auch mit dubiosen Adressen der „Adsolvix“ arbeiten. Das Unternehmen verkauft für teures Geld wertvolle Adressen, auch „Leads“ genannt. Adsolvix-Chef Sascha Hopp soll diese Adressen just aus dem Fundus gewonnen haben, der die Staatsanwaltschaften in den Ermittlungen gegen Mehmet Göker interessiert. Hopp ist eine ehemalige MEG-Führungskraft mit Zugang „zu den Honigtöpfen“.

Völlig skurril ist zudem die Beschäftigung des bekennenden „Reichsbürgers“ Marc Kleinert, der ebenfalls seine dubiosen Geschäfte bei der MEG gelernt hat und mit offensichtlich gestohlenem Datenmaterial gutgläubige Kunden über den Tisch zieht.

Damit aber nicht genug: Insider der Corrigo berichten, dass das Unternehmen „nach Belieben und fortgesetzt Gesetze umgeht und bricht“. So werden mit dubiosen internen Verträgen Mitarbeiter und Vermittler beschäftigt, denen die Arbeit wegen fehlender Zulassungen und Lizenzen ohnehin verboten wäre. Oder weil sie vorbestraft sind. Hiervon „weiß die Geschäftsleitung und der Aufsichtsrat.“

Mehr noch als das: Die Vorkommnisse bei der Corrigo AG decken sich fast nahtlos mit den kriminellen Geschäften des Mehmet Göker. Aber wie :gerlachreport schon berichtete: Das Geschäft ist die Abzockerei von gutgläubigen Kunden. Und Mehmet Göker sitzt in Istanbul und zählt das Geld von der Corrigo AG - bis heute zahlt sie, so der Insider, den mit Haftbefehl gesuchten Türken „fette Provisionen“.

Bei den Corrigo-Vertriebsmitarbeitern ist jedenfalls Feuer unter dem Dach: „Die Mehrzahl der qualifizierten Vertriebsmitarbeiter suchen jetzt nach seriösen Alternativen“, heißt es. Und: „Man kann bestimmt auch gutes Geld verdienen, ohne Teil einer skrupellosen Drückerkolonne zu sein.“

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