Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

Corrigo

Ist der Aufsichtsrat ein mieser Datendieb?

So werden privat Krankenversicherte aufs Kreuz gelegt

Zurück

Versicherungsmanager auf einer MEG-Party: Mehmet E. Göker (3.v.li.), Gernot Schlösser, Ex-AXA-Vorstandschef (Bildmitte) und Roland Zimmer (rechts), der später bei der Corrigo AG als Aufsichtsrat für gelieferte Dienste entlohnt wurde

In dem Skandal um die Corrigo AG tauchen immer neue Details auf. Jetzt wurde bekannt, dass der ehemalige Chef der AXA-Krankenversicherung, Roland Zimmer, für seine Dienste mit einem gutdotierten Aufsichtsratsposten belohnt wurde. Zimmer, der Zugang zu allen Daten der AXA-Gruppe hatte, soll in enger Zusammenarbeit mit dem in die Türkei geflüchteten Mehmet Göker, Tausende hochwertige Kundendaten entwendet haben. Das jedenfalls berichtet ein Mitarbeiter aus dem engsten Umfeld des ehemaligen MEG-Chefs.

Diese Daten wurden dann auch an die „Adsolvix“ weitergereicht, „mit frischen Daten vermischt“ und dann an den Corrigo-Vertrieb weitergereicht. Adsolvix wird von dem ehemaligen Göker-Vertrauten Sascha Hopp geleitet. Das Unternehmen verkauft die Adressen dann in der Regel zwischen 100 und 200 Euro pro Stück. Mehmet Göker und Roland Zimmer sollen bei diesem ertragreichen Geschäft die Hände aufhalten - eine Hand reicht da nicht.

Gegen Mehmet Göker wird wegen Steuerhinterziehung, Schein-Selbständigkeiten von Versicherungsvermittlern, Untreue, Insolvenzverschleppung, Verrat von Geschäftsgeheimnissen, Datendiebstahl und gewerbsmässiger Betrug ermittelt. Auch sein „mittelbares und unmittelbares Umfeld“ stehen im Visier der Ermittler. Göker arbeitet derzeit direkt über Tarnunternehmen in Deutschland.

Geprüft werden soll jetzt, ob die Corrigo AG ebenfalls als Tarnunternehmen für Mehmet Göker dient, oder aber das Geschäftsmodell des Türken einfach kopiert wurde.

Die Geschäfte laufen in der Regel immer nach der selben Methode: Privat Krankenversicherte sollen aus existierenden Versicherungen in angeblich „günstigere Verträge“ wechseln. Diese Berechnungen sind in der Regel gefälscht. Der privat Krankenversicherte muss dem Unternehmen dann für diese „Beratung“ ein Honorar bezahlen.

So kommen die Drückerkolonnen um die Provisionshaftung herum, wenn die Kunden merken, dass sie in dem neuen Tarif unterversichert sind und Leistungen aus der Vergangenheit nicht mehr erhalten. Tatsache ist nämlich, dass ein Tarifwechsel in der Regel weniger Leistungen bei höheren Kosten bedeutet. Als Faustregel gilt: Weniger Zahlen bedeutet auch weniger Leistung.

Das weiß auch Roland Zimmer als ehemaliger Chef der AXA-Krankenversicherung. Er soll nicht nur die Daten gestohlen haben, sondern auch an dem Betrugs-Geschäftsmodell direkt beteiligt sein. „Wenn herauskommt, welche krummen Methoden und Geschäfte hier gemacht werden“, sagt ein Mitarbeiter der Corrigo AG zum :gerlachreport, „dann geht das ganze Unternehmen den Bach runter.“

Eine gute Nachricht gibt es: Die Verantwortlichen können sich, solange die Ermittlungsbehörden im Tiefschlaf liegen, in die Türkei absetzen und dann ganz offiziell für Mehmet Göker arbeiten.

Die Türkei weist Kriminelle nicht nach Deutschland aus. 

Zurück

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.