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Corrigo

440.000 Adressen vom „schönen Alex“

Adressen im Wert von mehr als 60 Millionen Euro

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Alexander Bräutigam hat sich mit den gestohlenen Adressen bei der Corrigo AG eingekauft - für ihn ein lohnendes Geschäft

Corrigo-Boss Ralf Willems hat ein Problem: Es trägt den Namen Alexander Bräutigam. Der „schöne Alex“, wie er in der Branche genannt wird, hat sich mit 440.000 Adressen bei Corrigo „eingekauft“. Die Adressen gehören jedoch der Kasseler MEG AG des in die Türkei geflüchteten Mehmet Göker. Noch am Tag der Insolvenz am 28. Oktober 2009 war Alexander Bräutigam Vorstand des Unternehmens. Heute fehlen die Adressen als Wert in der Konkursmasse.

Ralf Willems hatte die Öffentlichkeit und seine Vertragspartner über die wahren Sachverhalte vollmundig angelogen: „Die Behauptung, dass unsere Geschäfte in enger Abstimmung mit Mehmet Göker stattfinden, ist frei erfunden und entspricht nicht der Wahrheit. Ganz im Gegenteil! Wenn Sie unseren Partner-Erfassungsbogen genau lesen, werden Sie feststellen, dass dort explizit eine Anti-MEG-Erklärung zu finden ist. Wir haben alle Vertriebspartner abgelehnt, die diesen Passus nicht unterzeichnet haben.“

Für Alexander Bräutigam gilt das nicht: „Es besteht gar mein Zweifel, dass Bräutigam als Vorstand der MEG einen kompletten Datensatz hatte und diesen an Ralf Willem weitergeben hat“, heißt es gegenüber :gerlachreport. Und: „Damit hat sich der schöne Alex seine sichere Zukunft bei Corrigo eingekauft hat. Ralf Willems wusste zu jeder Zeit, was das für Daten sind und welchen Wert sie haben.“

Im September 2013 wurde die Corrigo AG beim Amtsgericht in Koblenz eingetragen. Der 38jährige Ralf Willems wusste, dass die Adressen faktisch niemals ihren Wert verlieren: Adressen von Krankenversicherten ändern sich nicht. Das bedeutet: Auch heute haben die 440.000 Adressen immer noch einen nahezu unbezahlbaren Wert. Deshalb werden die MEG-Adressen in der Branche auch wie puren Gold gehandelt - mit bis zu 200 Euro pro Adresse.

Corrigo-Boss Willems hatte auch ein gewaltiges Eigeninteresse an den Adressen der MEG: „Wegen einiger geschäftlicher Fehlgriffe und Falschberatungen brauchte Willems dringend Geld. Da kamen ihm die Bräutigam-Datensätze gerade richtig“, berichtet der Insider :gerlachreport.

Tatsache ist, dass die Datenbestände, die die MEG erarbeitet, gekauft und für das eigene Geschäft verwertet hat, in der Insolvenzmasse des Verwalters Dr. Fritz Westhelle bis heute fehlen. Der Wert der Daten wird auf mehr als 60 Millionen Euro geschätzt.

Bei den Datensätzen handelt es sich um Versicherte aus der privaten Krankenkasse (PKV). Das Geschäftsmodell besteht darin, die versicherten, meist gut verdienenden Personen von angeblich neuen, besseren Versicherungsmodellen zu überzeugen. Über Vollmachten werden dann die Krankenversicherten über den Tisch gezogen. Sie bekommen angeblich eine bessere Leistung für weniger Geld. Tatsächlich bekommen sie aber weniger Leistungen für mehr Geld.

Die Unternehmen, darunter auch die Corrigo AG, verdienen an diesem Geschäft Millionen. Es hat sich also für Ralf Willems mehr als gelohnt, sich mit dem schönen Alex in ein unternehmerisches Bett zu legen.

Corrigo-Boss Ralf Willem hat den Mund sehr voll genommen. Jetzt ist er als Lügner entlarvt. Eine gute Basis für weitere Geschäfte mit seriösen Unternehmen und Mitarbeitern

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