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OneCoin

China bestätigt das Ende des Börsengangs

Betrug und Pyramidensysteme: Deshalb handelt die Wertpapieraufsicht

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Am Tag der Mitteilung der chinesischen Zentralbank brachen alle Kurse der Kryptowährungen ein - teilweise um bis zu 20 Prozent

Die chinesische Zentralbank hat grundsätzlich entschieden, Cryptowährungen nicht an die Börse zu bringen. Die Entscheidung hat weitreichende Folgen im gesamten asiatischen Markt. Damit steht fest: Fehlte bis heute noch der letzte Beweis, dass der angestrebte Börsengang des Betrugsnetzwerkes OneCoin nur ein leeres Versprechen war - hier ist er.

China hat dem rasanten Wachstum bei Kryptowährungen einen endgültigen Riegel vorgeschoben. Die Aufsichtsbehörden des Landes haben die sogenannten Initial Coin Offerings (ICO), Finanzierungsrunden der Kryptowährungsbranche, verboten.

Ähnlich wie bei Börsengängen – den Initial Public Offerings (IPO) – nutzen Firmen das Instrument, um Kapital zu generieren. Bei den ICOs erhalten Anleger jedoch keine Aktien, also Firmenanteile, sondern sogenannte Token. Die bieten oft keine Mitsprache, sollen die Geldgeber aber am finanziellen Erfolg der Firmen teilhaben lassen. Wenn deren Bewertung steigt, so steigt auch der Wert der Token. Käufer erhalten also nicht viel mehr als das Versprechen, von einer erfolgreichen Idee in der Zukunft zu profitieren. Die Token können auf Handelsplattformen im Netz getauscht werden, oft gegen andere Kryptowährungen.

Die chinesische Zentralbank will das schnelle Wachstum der Finanzierungsrunden und die damit verbundene Unsicherheit nun offenbar nicht mehr akzeptieren – und kritisiert das neue Finanzinstrument scharf: „ICOs sind eine Art illegale öffentliche Kapitalbeschaffung, die im Zusammenhang mit kriminellen Machenschaften wie Betrug und Schneeballsystemen stehen“, heißt es in einer Mitteilung.

Die Zentralbank ordnet darin den Stopp aller laufenden Finanzierungsrunden unter Strafandrohung an. Auch vergangene ICOs würden auf Rechtsverstöße überprüft. Firmen, die bereits Geld durch ICOs eingenommen haben, müssen den Anlegern demnach investiertes Kapital zurückerstatten; wie das geschehen soll, lässt die Zentralbank offen. Banken ist die Unterstützung von ICOs untersagt.

Bitcoin, Ethereum, OneCoin und andere digitale Währungen erwähnt die Mitteilung zwar nicht. Dennoch rutschten die Kurse der Kryptowährungen nach dem Verbot deutlich ab.

Experten haben bereits mit dem Verbot gerechnet. „Weltweit haben Aufsichtsbehörden Schwierigkeiten damit, das Modell der ICO und die Risiken dahinter zu verstehen. Sie müssen erst einmal herausfinden, wie man es am besten regulieren kann“, sagte Zennon Kapron, Geschäftsführer der in Schanghai ansässigen Finanztechnologie-Beratung Kapronasia. China habe dem Hype um ICO nun einen Riegel vorgeschoben, um in Ruhe regulatorische Maßnahmen einzuführen.

Möglich ist Beobachtern zufolge, dass China die Krypto-Börsengänge in der Zukunft wieder erlaubt – allerdings nur auf wenigen ausgewählten Plattformen oder sogar erst nach einer Einzelfallprüfung durch die Aufsichtsbehörden. Aktuell gibt es in der Volksrepublik 43 ICO-Plattformen.

China gilt als größter Markt für Krypto-Währungen und die um sie herum blühenden Geschäftsmodelle. In China sitzen nicht nur die meisten Produzenten digitaler Währungen, die sogenannten Miner, sondern auch die meisten Nutzer. Aufgrund der chinesischen Kapitalverkehrskontrollen stellt ein Investment in Bitcoin und Co. für viele Privatanleger die einzige Möglichkeit dar, sich gegen Schwankungen der chinesischen Währung Yuan abzusichern. Bisher toleriert Peking die meisten Bitcoin-Handelsplattformen.

Die Krypto-Börsengänge hat Peking dagegen schon länger auf dem Kieker: Die Zentralbank und die Wertpapieraufsicht in Peking hatten zuletzt eine Untersuchung eingeleitet. Das Ergebnis: In neun von zehn Fällen von ICOs vermuten die Beamten Betrug oder zumindest einen Verstoß gegen chinesische Gesetze. Die zweitgrößte ICO-Plattform des Volksrepublik, Icoinfo, hatte noch vor dem offiziellen Verbot in der vergangenen Woche einen kompletten Stopp der Krypto-Börsengänge bekanntgegeben.

In China sind ICOs besonders beliebt, dort gab es einer Studie zufolge allein in diesem Jahr 65 solcher Platzierungen mit einem Volumen von insgesamt 2,62 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 330 Millionen Euro).

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