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Charles Smethurst

Vorsätzlich, wissentlich gelogen

Steuerhinterziehung, Betrug - es wird ernst

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170 Wohnungen am Kinzigheimer Weg sind ein Sanierungsfall. Die Stadt Hanau ist auf die leeren Versprechungen von Charles Smethurst hereingefallen

Charles Smethurst, Boss der schwer angeschlagenen Dolphin-Gruppe, ist ein Lügner. Nach vorliegenden Unterlagen hat er die Stadtverwaltung von Hanau „vorsätzlich und wissentlich belogen.“ Wenn die Unterlagen stimmen, „dann muss sogar davon ausgegangen werden, dass die Wahrscheinlichkeit eines Betruges und Steuerhinterziehung zu prüfen ist.“

Die Stadt Hanau sieht sich mitten in einem der größten Miet- und Bauskandale der vergangenen Jahre. Verantwortlich für das Desaster: Charles Smethurst und seine Ramschbude Dolphin Trust. Mit lautem Getöse und vor allem dicken Versprechen hatte Charles Smethurst einmal mehr in Deutschland den großen Sanierer spielen wollen. Tatsächlich sind aber die meisten seiner dubiosen Aktionen einem ausschließlichen Ziel gewidmet: Anleger und Investoren zu betrügen und Millionensummen verschwinden zu lassen.

In Hanau geht es um insgesamt etwa 170 Wohneinheiten in Hafennähe, die um 1930 errichtet wurden. Bis 2009 gehörten die Häuser der städtischen Baugesellschaft Hanau (BGH). Diese hat sie damals verkauft, weil sie die Sanierung nicht habe finanzieren können. Danach wechselten die Besitzer mehrfach.

Inzwischen verfällt die Siedlung immer weiter. Denn es wurde nichts mit den kostenintensiven Sanierungen. Ende 2014 wurde sie durch die niedersächsische Dolphin Trust GmbH für „kleines Geld“ gekauft. Die Stadt Hanau hatte den Kauf durch Dolphin auch deshalb unterstützt, „weil man den Versprechungen des Unternehmens geglaubt hat.

Doch wie in anderen deutschen Städten: Charles Smethurst und seine windigen Helfer hinterließen auch in Hanau einen veritablen Flurschaden. Denn außer vielen Worten und leeren Versprechungen passierte tatsächlich, wie immer - nichts.

Weil die Stadt Hanau den Sanierungsstau „auf keinen Fall hinnehmen“ wolle, kündigte Stadtentwickler Martin Bieberle an, „alle rechtlichen Möglichkeiten gegen den Dolphin Trust zu prüfen“. Das Ziel der Stadt: Enteignung des angeblichen Prestigeobjektes von Dolphin. In Asien hatte Charles Smethurst Investoren die Wohnanlage noch „als herausragendes Investment in deutsche Infrastruktur“ angepriesen und Millionen kassiert. Die mögliche Enteignung durch die Stadt kann etwa bei Gefahr für Sicherheit und Ordnung zulässig sein.

Nie war dieser Schritt aktueller: Denn während die Stadt ihre Optionen prüfte, ließ Charles Smethurst gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ mitteilen: Im Fall des Kinzigheimer Wegs habe sich die Firma entschieden, „das Objekt an einen Sanierungsspezialisten zu verkaufen“. Über den Preis sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Wohnanlage ging in den Besitz eines Unternehmens aus London über.

:gerlachreport hat die Zusammenhänge um den Millioenskandal jetzt aufgedeckt. Der „Sanierungspezialist“ ist selbst ein Sanierungsfall, deren Kopf Nigel Brent Fitzpatrick ist einbekannter Unternehmensbeerdiger. Der angebliche Verkauf der Wohnanlage an Vordere PLC ist tatsächlich auch unter dem Aspekt der Steuerhinterziehung und des Steuerbetruges zu bewerten. Aus Hanau verlautete, dass man „jetzt sämtliche strafrechtlichen Register gegen die Verantwortlichen von Dolphin Trust ziehen will.

Der Kinzigheimer Weg ist einer der größten Hanauer Immobilienskandale: Kritiker sehen Spekulation auf Kosten von Bürgern, vermuten, dass man die Mieter verdrängen, Platz für teuren Wohnraum schaffen wolle.

Einer der Eigentümer nach der BGH ging bereits 2010 pleite und wurde später wegen Betrugs mit anderen Immobilien verurteilt. Bis 2013 wurde die Liegenschaft zwangsverwaltet, danach stieg die Firma Süd-Ost Invest ein. Im Gegenzug erklärte die Stadt die Liegenschaft zum Sanierungsgebiet, um dem Investor steuerliche Vorteile zu verschaffen und die Sanierung zu vereinfachen. Süd-Ost Invest verkaufte „aus wirtschaftlichen Gründen“ an Dolphin Trust weiter.

Die Geschichte hat damit aber wohl erst begonnen. Aber Charles Smethurst steht einmal mehr unter Betrugsverdacht.

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