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Cashboard

Sind 10.000 Kunden doch nicht sicher?

Überlebenskonzepte waren „zu schwach“

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Ab in die Pleite: Cashboard-Gründer André Holdschik, Stephan Henker, Robert Henker und Marius Schulze (v.li.)

Cashboard ist pleite. Mehr als 10.000 Kunden sollen angeblich nichts zu befürchten haben. Jetzt kommen erste Zweifel auf. Fest steht: Niemand kann den mehr als 10.000 Kunden derzeit eine Garantie geben. Und vor allem: Niemand will sagen, wie schnell die Kunden tatsächlich warten müssen, bevor sie wieder an ihr Geld kommen.

Drei Wochen hatten die Verantwortlichen von Cashboard noch versucht, die drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Ohne Erfolg. Cashboard verabschiedet sich endgültig. Der deutsche Robo-Berater ist nun in den Händen des Insolvenzverwalters Torsten Martini von der Berliner Kanzlei Leonhardt Rattunde.

In den drei Wochen nach Einreichung des vorläufigen Insolvenzantrages verhandelte die Gesellschaft angeblich ernsthaft mit potenziellen Investoren, um die drohende Pleite doch noch abzuwenden – allerdings erfolglos. Wie :gerlachreport jedoch aus Teilnehmerkreisen erfuhr, waren die vorgelegten Überlebenskonzepte „zu schwach, um daraus ein lohnendes Geschäft zu machen.“

Mitgründer und CEO Robert Henker hat inzwischen die Gründe für die Zahlungsunfähigkeit benannt: Die „ambitionierte Wachstumsstrategie“, die offenbar nur durch „Fremdfinanzierung“ möglich war. Und: Die Einnahmen durch die Kunden hätten „nicht ausgereicht“. Cashboard berechnete von seinen mehr als 10.000 Kunden eine Gewinnbeteiligung von zehn Prozent ab einer Mindestrendite von zwei Prozent.

Damit endet die Firmengeschichte des Online-Vermögensverwalters, der 2014 von den Brüdern Stephan und Robert Henker gegründet worden war und seine Portfolios offiziell als Haftungsdachnehmer der „HPM Hanseatischen Portfoliomanagement“ anbot.

Wie sicher ist Cashboard denn nun wirklich?

Von der maximal Sicherheit in die größtmögliche Unsicherheit: Bis heute steht nicht fest, wann die Cashboard-Kunden ihr Geld wieder bekommen

Eine belastbare Bestätigung sieht anders aus

Cashboard-Kunden sollen sich angeblich keine Sorgen um ihr Geld machen müssen: „Anleger haben nichts zu befürchten“, behauptet Udo Brinkmöller, Partner der Kanzlei BMS Rechtsanwälte in Düsseldorf, „auf Basis der bislang bekannten Sachlage.“.

Eine Bestätigung des Insolvenzverwalters steht indes noch aus. Mit ihr wird kurzfristig wohl noch nicht gerechnet.

Anders als die meisten anderen Anbieter einer digitalen, auf Algorithmen basierenden Geldanlage setzte das Unternehmen nicht nur auf börsengehandelte Indexfonds, sondern empfahl seinen Kunden ein breites Spektrum an Anlageprodukten. So konnten sich Anleger an Crowdfunding-Projekten beteiligen. Zudem warb das Unternehmen lange Zeit mit einer Mindestverzinsung von zwei Prozent pro Jahr. Jetzt muss geprüft werden, ob die Verantwortlichen von Cashboard bei diesen Projekten ebenfalls Ihre Finger mit im Spiel hatten - dann wäre der Vorgang ein Fall für den Staatsanwalt.

Die Performance der Cashboard-Musterportfolios war nicht einmal schlecht: Im Zwölf-Monats-Zeitraum von Anfang Mai 2016 bis Ende April 2017 erzielte der Robo beim Echtgeld-Test von „brokervergleich.de" eine Wertentwicklung von neun Prozent. Mitbewerber wie Scalable (+9,8%) oder Quirion (+9,6%) machten ihre Sache kaum besser. Allerdings erzielte Spitzenreiter Whitebox ein Performance von 13,3 Prozent.

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