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Stephan Welk

Boris Becker: Botschafter in Brüssel wurde bestochen

Nach dem 500.000 Euro-Betrug: Die Affäre löst innenpolitische Krise in Bangui aus

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Das waren noch glückliche Zeiten: Der vorbestrafte Betrüger Stephan Welk und Boris Becker vor der Botschaft der Zentralafrikanischen Republik

Der Diplomatenpass von Boris Becker zieht immer weitere Kreise: Jetzt kam raus, dass der verurteilte Betrüger Stephan Welk den Botschafter der zentralafrikanischen Republik in Brüssel mit 250.000 Euro bestochen hat - das war sein Anteil am „Geschäft“ mit Boris Becker.

Die Affäre Boris Becker hat sich inzwischen zu einer innenpolitischen Krise. Und zu einer Machtprobe zwischen Präsident Fausten-Archange Toudéra und Botschafter Daniel-Emery Dede. Der Brüsseler Vertreter gehört wegen seiner guten Beziehungen und als Schaltstelle zur wirtschaftlich starken Europäischen Union zu den starken Männern im Land.

Er nutzte, das haben jetzt die Recherchen ergeben, sein Position, um mit Diplomatenpässen und anderen Ausweispapieren gegen Bezahlung behilflich zu sein. So pflegte der „Diplomat“ Stephan Welk enge Beziehungen zu Dede. Illegale Waffengeschäfte, Geldwäsche, Uran, Diamanten und seltene Mineralien gehören zu den gemeinsamen Interessen.

Daniel-Emery Dede hielt für ein vermeintlich sicheres Geschäft die Hand auf: 250.000 Euro, die Hälfte des Honorars von Boris Becker wanderten in seine Tasche. Alles war geschickt eingefädelt: PR-Berater Moritz Hunzinger wollte seinem prominenten Mandanten Boris Becker aus der Pleite-Klemme in England helfen - immerhin hat auch er ein Honorar kassiert.

Hunzinger und der Betrüger Stephan Welk sind nicht nur gemeinsame Puff-Gänger (:gerlachreport berichtete), sie sind auch Freunde. Und gegen ein gutes Honorar hatten beide nichts einzuwenden.

Die Frage von BILD ist also berechtigt: Ist Boris Becker (50) jetzt ein Diplomat der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) oder nicht? Boris Becker sagt: JA. Der Sprecher des Präsidenten sagt: NEIN.

Boris Becker: „Ich weiß nicht, was genau innerhalb der Politik von ZAR passiert ist, aber ich habe einen Pass vom Botschafter erhalten. Ich habe mit dem Präsidenten oft gesprochen, es war eine offizielle Ernennung. Ich glaube fest daran, dass die Dokumente, die man mir gegeben hat, echt sind. Ich würde auch selber in die Hauptstadt Bangui reisen, um dieses Missverständnis aufzuklären.“

Nach einem Missverständnis klingt es allerdings nicht. Gegenüber dem nationalen Radiosender Ndeke-Luka hält der ZAR-Außenminister Charles Armel Doubane (51) Beckers Pass nicht nur für eine Fälschung, sondern lässt jetzt sogar die Staatsanwaltschaft ermitteln.

Albert Mokpème, der Sprecher des ZAR-Präsidenten Faustin-Archange Toudéra (61), erklärte sogar, dass das Staatsoberhaupt Becker nie zum Attaché für Sport, Kultur und humanitäre Angelegenheiten ernannt habe: „Wir sind keine Hüter der physischen und moralischen Integrität dieses Gentleman.“

Beckers Anwalt Christian-Oliver Moser, der im April in Brüssel dabei war, zu BILD:

„Die Situation ist natürlich aus Sicht meines Mandanten nicht zufriedenstellend. Wie sich jetzt herausstellt, scheinen allerdings nicht in allen Ländern deutsche Standards zu gelten, was solche Abläufe betrifft. Falls Herr Becker hier tatsächlich zum Spielball interner Konflikte Zentralafrika gemacht wurde, wird er selbstverständlich seine Tätigkeit einstellen.“

Möglicherweise nicht die dümmste Entscheidung. :gerlachreport erfuhr, dass Ermittler ein besonderes Auge auf die Rolle von Stephan Welk geworfen haben. Derzeit wird geprüft, ob ihn sein Diplomatenpass vor Strafverfolgung schützt. Und damit stünden die Ermittler dann auch vor der Haustür unseres Tennis-Idols.

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