Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

Autark

Bild am Sonntag: "Zockte Betrüger auf Freigang Kunden ab?"

Zurück

Stefan Kühn wollte keine Stellungnahme abgegeben. Sein Anwalt spricht von "Resozialisierungsinteresse"

Kann so eine Geschichte nur in Deutschland passieren? Vermutlich ja.

2010 verurteilt das Landgericht Siegen Stefan Koschate (52) aus Dinslaken wegen Untreue zu drei Jahren und zwei Monaten Haft. Er hatte von Anlegern eine zweistellige Millionensumme eingesammelt, statt Dividenden auszuzahlen das Geld verprasst. Seine Haftstrafe verbüsste Koschate im Bielefelder Gefängnis Herzebrock-Clarholz.

Die Justiz gewährt ihm Freigang: Koschate geht tagsüber arbeiten - ausgerechnet bei einem Makler, der für eine Firmengruppe namens Autark Finanzdienstleistungen vermittelt. Das NRW-Justizministerium sagt gegenüber BamS, man habe die Tätigkeit im Freigang monatlich geprüft und nichts zu beanstanden gehabt.

Inzwischen hat Koschate seine Strafe verbüsst, seinen Nachnamen geändert. Er heisst immer noch Stefan K. nun aber mit dem Nachnamen seiner Frau: Sabine Kühn. Seit ein paar Wochen sollen die Autark-Geldgeber ihre Anlagen in Aktien der liechtensteinischen Autark Invest AG tauschen. Verwaltungsrat dort: Stefan Kühn. Bis zu 7,5% jährlicher Dividende verspricht die Autark Invest AG Aktionären. Das ist viel in Null-Zins-Zeiten. Ein Memorandum listet die angeblichen Vermögenswerte der AG auf. Stolze Bilanzsumme: 367 Millionen Euro.

Ist das alles seriös? "Das sieht mir arg optimistisch bewertet aus" sagt Anlegerschutzanwalt Marc Gericke. Indizien: Eine der angeblich so wertvollen Firmenbeteiligungen gibt es offenbar gar nicht. Sie ist im Handelsregister nicht zu finden. Eine andere Beteiligung ist pleite, meldete im Oktober Insolvenz an.

BamS Anfragen blieben unbeantwortet, stattdessen meldete sich ein Anwalt: Er will nicht, dass BamS berichtet - das „Resozialisierungsinteresse“ stünde dem im Wege. Für Kühns Geschäfte interessiert sich jedoch nicht nur BamS. Die Liechtensteinische Finanzmarktaufsicht hat eine Untersuchung eingeleitet.

Zurück

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.