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Autark

Stefan Kühn - keine Angst vor der Wahrheit

„Ich bin ganz anders, ich komm’ nur viel zu selten dazu“

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Stefan Kühn nimmt im :gerlachreport zum ersten Mal und exklusiv Stellung zu den Vorwürfen gegen ihn und die Autark-Gruppe

Irgendwie ist die Situation passend. Udo Lindenberg tönt aus dem Radio und singt: „Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm’ nur viel zu selten dazu. Du machst hier grad’ mit einem Bekanntschaft, den ich genauso wenig kenne wie du“.

Lokaltermin mit Stefan Kühn in Dortmund. Der Autark-Chef hat endlich einem Interview mit dem :gerlachreport zugestimmt.

Dann kommt er lächelnd die Treppe herunter, schüttelte kräftig die Hand, klopft auf die Schulter. Dieser Mann ist verbindlich, nett. Er hat einen geraden Blick und ein nahezu unerschütterliches Selbstwertgefühl. Und was viel wichtiger ist: Er ist selbstkritisch.

Stefan Kühn ist ein Mann, der in den vergangenen Jahren oft genug im Feuer stand. Kritische Berichte über Geschäfte und Methoden innerhalb der Autark-Gruppe hatten schnell die deutsche Medienlandschaft erreicht. Anleger sollen vor dem Totalverlust gestanden haben, es war die Rede von Millionen, die verschoben worden sein sollen sollen.

Stefan Kühn kommt schnell auf den Punkt: „Es ging alles sehr schnell. Der Staatsanwalt liest ja auch Zeitungen und das Internet. Da wollte er schnell Details wissen. Die konnten wir liefern. Es wurde sehr schnell klar, dass die Anlegergelder genau dort waren, wohin sie gehörten.“ Also alles nur gelogen? Jede Kritik aus der Luft gegriffen? Stefan Kühn: „Wir stellen uns der Kritik. Unsere Kommunikation war schlecht. Wir waren nicht gut vorbereitet. Und wir haben Fehler gemacht, auf falsche Berater gehört. Ich würde das heute alles ganz anders machen. Was sag ich, wir machen es anders.“

Angeblich Anlegerschutzanwälte witterten nach den ersten kritischen Berichten ihr großes Geschäft. Sie köderten Anleger und Investoren und wollten an dem vermeintlichen Unrat der Autark-Gruppe kräftig mitverdienen. „In einem Fall“, sagt Stefan Kühn, „hat eine Anwaltskanzlei Hunderttausende verdient, ohne einen Erfolg zu haben. Ohne uns hätten die wohl kein geregeltes Einkommen.“

Die Probleme des Stefan Kühn und damit der Autark-Gruppe begannen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Ein Journalist hatte herausgefunden, dass Stefan Kühn vor seiner Hochzeit unter dem Namen Koschate vor Gericht stand und verurteilt wurde. So weit, so schlecht. Stefan Kühn wurde in der Folgezeit mit diesem Wissen gezielt erpresst.

Dann sickerte diese Information gezielt durch und in der Presse fand die Jagd auf Stefan Kühn, alias Koschate, statt. Der :gerlachreport hat mitgejagt. „Wie sollte ich darauf reagieren? Wir haben gedacht, dass der Sturm vorbeizieht. Wir haben uns geirrt.“

„Es ging gar nicht mehr um die Autark-Gruppe“, sagt Stefan Kühn, „es ging nur noch darum, über mich, meine Familie und alle Umstände, die mit uns zu tun hatten, negativ zu berichten. Der Leitwolf war verletzt und jetzt dachten alle, sie könnten über mich herfallen. Denn immerhin gab es ja auch noch ein blühendes Geschäft, was sich die unter den Nagel reißen wollten, die uns öffentlich in Verruf gebracht haben.“

Aktuelle Zahlen von unabhängigen Wirtschaftsprüfern belegen aktuell, dass die Geschäfte der Autark-Gruppe, ihre Anlagen und Investments genau an der Stelle sind, wo sie sein müssen.

„Nicht alle Entscheidungen waren richtig“, sagt Kühn, „die meisten schon. Die Investments der Anleger sind sicher.“ In den nächsten Tagen sollen die Fakten dann konkret auf den Tisch. „Es wird eine Überraschung für alle, die glaubten, die Autark-Gruppe sei ein Haufen von Betrügern“, sagt Kühn und lächelt ein verschmitztes Lächeln. Er weiß mehr, bedeutet das.

Stefan Kühn möchte über seine Vergangenheit sprechen.

„Irgendwann, als ich als junger Mann zum ersten Mal an eine Selbständigkeit dachte, nahm mich ein älterer Rechtsanwalt zur Seite und sagte: Stefan du musst wissen, dass du als Unternehmer immer mit einem Bein im Gefängnis stehst. Ich hörte genau zu, verstanden habe ich ihn erst sehr viel später.“

Stefan Kühn: „Unternehmer heißen so, weil sie etwas unternehmen. In der Schule, an den Unis lernen wir, dass es zwei Möglichkeiten gibt, ein Problem zu lösen: Man entscheidet sich für das Konzept ‚der Weg ist das Ziel‘ oder für ‚das Ziel ist das Ziel‘. Niemand, der selbständig war, kann ermessen, welche Gefahren lauern. Die Fallstricke stammen aus Gesetzen, aus schlechten Geschäftspartnern, aus geplatzten Plänen, Strukturen, Konzepten und Lösungen.“

Als Stefan Kühn mit der Autark begann, hatte er genaue Vorstellungen, wie alles sein sollte. Aber wie jeder Unternehmer brauchte er die richtigen Berater, Partner und Mitarbeiter. Das brachte Probleme, weil nicht alle das Tempo mitgingen und Entscheidungen mittrugen.

„Ich habe gelernt, dass manchmal die Lösung richtig war. Der Zeitpunkt hat nicht gestimmt. Es gibt diese Philosophen, die sagen, Erfolg ist, im richtigen Moment an der richtigen Stelle zu sein. Ich glaube, dass Erfolg viel mehr ist: Der Glaube, die Welt zum Besseren verändern zu können, ohne ein Weltverbesserer zu sein.“

Auf dem Weg als Unternehmer gibt es viele Niederschläge. Einer davon: Wenn Neider Fallen aufstellen. Oder der Name ruiniert wird. Oder Erpresser auftauchen und vom Kuchen etwas abhaben wollen. Sie kommen dann mit Geschichten aus der Vergangenheit. Die hat übrigens jeder und das ist auch gut so.

Der Name Stefan Kühn wird verbunden mit folgender Darstellung:

„Stefan Kühn, wegen dubioser Finanz­geschäfte vorbestrafter Chef der Autark Group“ (Stiftung Warentest).

Stefan Kühn: „Reagieren wir für den Augenblick ganz normal: Wegen eines Fehlers hat ein Gericht eine Strafe ausgesprochen. Wie immer diese aussah: Der Fehler wurde festgestellt, bestraft, die Strafe wurde gezahlt, die Lehre gezogen. Damit sollte es gut sein.“

Ist und war es aber nicht: „Weil jeder meint, dass es bei einer Strafe um gravierende Dinge geht, die einen Menschen disqualifizieren. Es ist wichtig, dass die Lehre gezogen wurde und das Gelernte umgesetzt wird. Dann hat man zwar eine Delle ist aber immer noch tauglich. Ich bin als Unternehmer tauglich. Das kann ich versprechen. Das beweisen die Zahlung und die guten Geschäfte, die wir machen und machen werden.“

Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm’ nur viel zu selten dazu. Du machst hier grad’ mit einem Bekanntschaft, den ich genauso wenig kenne wie du.

Es scheint, als habe die Geschichte der Autark-Gruppe gerade erst begonnen.

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