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Dieselaffäre

Audi-Chef Stadler muss weiter im Knast bleiben

Er konnte Verdacht nicht entkräften, alles zu vertuschen und Aufklärung zu behindern

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Dass Rupert Stadler wieder auf seinen Posten oder überhaupt zu Audi zurückkehrt, gilt gleichwohl inzwischen auch intern längst als ausgeschlossen

Seit einem Monat sitzt der Audi-Chef wegen des Dieselskandals in Haft. Die Chancen auf eine Haftentlassung sinken. Grund: Stadler hat nach Informationen des „Handelsblatt“ offenbar die weitere Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft abgelehnt und schweigt.

Die vergangenen vier Wochen waren wohl die längsten im Leben des Rupert Stadler. Als Mitte Juni die Staatsanwälte frühmorgens an der Tür seines Privathauses bei Ingolstadt klingelten, begann für den Audi-Chef eine dunkle Zeit, die für ihn auch wohl so schnell nicht enden wird. Denn die Chancen, dass er die Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen noch vor dem Ende des Sommers wieder verlassen kann, sind jetzt auf ein Minimum gesunken.

Zu Beginn hoffte Stadler noch, durch seine Bereitschaft, gegenüber der Staatsanwaltschaft auszusagen, seine Freiheit schnell wiedergewinnen zu können. In den vergangenen Tagen aber hat der Topmanager resigniert. Stadler habe „sich entschieden, vorerst nicht weiter auszusagen“, so Oberstaatsanwältin Andrea Mayer auf Nachfrage des Handelsblatts.

In einer ganzen Reihe von Vernehmungen ist es dem beurlaubten Audi-Chef nicht gelungen, den Verdacht zu entkräften, er habe die Aufklärung des Dieselskandals behindern wollen.

Die einzige Chance für den Manager auf baldige Entlassung aus dem Gefängnis ist nun eine erfolgreiche Haftbeschwerde. Allerdings hat sein Verteidiger Thilo Pfordte, der diesen Schritt prüfen wollte, das noch nicht getan. Ob Pfordte diesen Weg jetzt gehen wird, ist nicht bekannt. Auf mehrere Anfragen reagierte er in den vergangenen Tagen nicht.

Verzichtet der Verteidiger auf eine Beschwerde, muss nach sechs Monaten Untersuchungshaft eine Prüfung stattfinden, ob die Gründe für Stadlers Freiheitsentzug noch gegeben sind. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt seit Ende Mai wegen Betrugs sowie mittelbarer Falschbeurkundung gegen Stadler, der nach Bekanntwerden des Dieselskandals in den USA nicht verhindert haben soll, dass manipulierte Autos in Europa weiter auf den Markt kamen.

Mit der fortdauernden Untersuchungshaft Stadlers stellt sich zunehmend die Frage, wie lange Audi das Arbeitsverhältnis mit Stadler, dessen Vertrag bis 2022 läuft, noch fortführen kann und will. Nur interimsmäßig hat der bisherige Vertriebsvorstand Bram Schot den Chefposten übernommen.

Dass Stadler wieder auf seinen Posten oder überhaupt zu Audi zurückkehrt, gilt gleichwohl inzwischen auch intern längst als ausgeschlossen. Im Hintergrund laufen nach Informationen des Handelsblatts bereits Gespräche über ein Ende des Arbeitsverhältnisses und dessen Konditionen mit dem Arbeitsrechtler, der Stadlers Interessen vertritt. 

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