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Diamanten

Anleger: Das heimliche Geschäft mit den Diamanten

In Singapore gibt es den weltweit ersten elektronischen Handel mit Diamanten

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Um in Diamanten zu investieren müssen Investoren fundierte Marktkenntnisse haben. Und sich mit Diamanten auskennen - und nicht nur bei den großen vier C's

In Zeiten von niedrigen Zinsen und starken Schwankungen an den Börsen suchen immer mehr Anleger nach alternativen Möglichkeiten, ihr Geld zu investieren. Gold ist immer noch der Klassiker, aber Diamanten gelten als der Geheimtipp. Doch es lauern viele Fallstricke. Das Herz des europäischen Diamanten-Handels schlägt in Antwerpen in Belgien. Wie eine Festung ist das Antwerp World Diamond Centre oder kurz AWDC gesichert. Die Straße ist mit Schranken versperrt, Kameras verfolgen Passanten auf Schritt und Tritt, beim Eintritt muss der Besucher seinen Personalausweis abgeben.

Der Grund ist einfach: Täglich werden hier im Handelszentrum Diamanten im Wert von mehr als 220 Millionen US-Dollar umgesetzt. Zunächst sind das Rohdiamanten, die in den meisten Fällen aus Afrika geliefert werden. Die Diamantenbörse in Windhoek (Namibia) ist dabei eine besondere Schaltstelle. Im Handelszentrum werden die Edelsteine nach dem Polieren wieder verschickt und kommen als geschliffene Diamanten nochmals ins Handelszentrum.

Ähnlich wie Gold sind Diamanten für Anleger immer dann interessant, wenn es an den Aktienmärkten turbulent zugeht. Gerade beginnt wieder eine solche Phase, da niemand weiß, ob die überhitzten Märkte in den USA sich nach den (leeren) Versprechungen von President Donald Trump nicht als rapide abkühlen werden.

Ein Vergleich des sogenannten Rapaport-Index für rund geschliffene, ein Karat schwere Diamanten zeigt immer dann einen deutlichen Preisanstieg wenn der weltweite Aktienleitindex Dow Jones und der deutsche Leitindex Dax in den Keller gingen. Machen wir uns nichts vor: Die Sorgen um die Staatsschulden in Europa und den USA werden derzeit auch nicht geringer.

Dabei sind Diamanten-Preise stabiler als der schwankende Goldwert. Aber: Um in Diamanten zu investieren müssen Investoren fundierte Marktkenntnisse haben. Und sich mit Diamanten auskennen. Anders als Gold, bei dem sich der Preis schlicht nach dem Gewicht berechnet, ergibt sich der Wert eines Diamanten aus gleich vier Eigenschaften, den vier C's: Carat für das Gewicht, Clarity (Reinheit), Colour (Farbe) und Cut (Schliff). Jeder Diamant ist einzigartig und daher schwer zu vergleichen.

Überwacht wird der Handel durch den Kimberley-Prozess, einem Zertifizierungssystem für die Herkunft von Rohdiamanten. Er soll vermeiden, dass Diamanten dazu genutzt werden, Kriege und Konflikte zu finanzieren. Das System funktioniert jedoch nicht zuverlässig: Ausbeutung, Geldwäsche, Finanzierung von Kriegen, Steuerhinterziehung und Umweltverschmutzung kann auch dieses Verfahren nicht verhindern.

Dabei müssen Diamanten nicht zwingend aus Minen kommen - schon seit den 1950er Jahren werden sie auch im Labor gezüchtet. Dem Physiker Matthias Schreck von der Universität Augsburg und seinem Team ist es im vergangenen Jahr gelungen, einen 155-Karäter mit 92 Millimeter Durchmesser herzustellen - das ist der bisher größte von Menschen gezüchtete Diamant. Allerdings sind derartige Diamanten weniger für Investoren und Liebhaber gedacht, sondern werden von der Industrie benötigt, zum Beispiel für Hochleistungs-Elektronik.

Künstliche Diamanten haben die gleichen Eigenschaften wie Naturdiamanten, sind aber im Schnitt 25 Prozent günstiger. Der Unterschied lässt sich nur im Labor feststellen. Die Echtheit von Diamanten bescheinigen aber Einrichtungen wie Hoge Raad voor Diamant (HRD) oder Gemological Institute of America (GIA).

Doch ein großes Problem bleibt: Wie kann ein Anleger sein Geld in Diamanten anlegen, ohne die Steine vor Ort selbst zu begutachten und zu kaufen? Die Singapore Diamond Investment Exchange ist nach eigenen Angaben die weltweit erste Plattform, die den elektronischen Handel mit Diamanten ermöglicht. Sie setzt dabei auf standardisierte Diamanten. Doch auch das ist am Ende Vertrauenssache.

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