Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

afin24

Erpressung, Rufmord und Kunden-Abzocke

So tief steckt „Finanztest“ im Kapital-Schwarzmarkt

Zurück

Andreas Klee: Als er die geforderten 250.000 Euro nicht bekam, landeten seine Informationen auf dem Tisch vom „Finanztest“

Für Daniel Sprünken und Andreas Klee ist es ein Freudentag. Die beiden Köpfe des unbedeutenden Unternehmens „afin24“ aus Eiterfeld können endlich ihre Ernte einfahren. Erpressung, Diebstahl von Firmenunterlagen, Rufmord - die Liste der Vorwürfe gegen die beiden Macher ist ebenso lang wie schwerwiegend. Den Freudentag haben die beiden Vertriebs-Abzocker der Zeitschrift „Finanztest“ und der Redakteurin Adriane Lauenburg zu verdanken. In der aktuellen August-Ausgabe der Zeitschrift gibt es eine einzigartige Lobhudelei auf das Unternehmen afin24. Da haben die Tester von der „Stiftung Warentest“ einmal mehr ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

Unter dem Titel „Widerspruch kann lohnen“. Thema: „Lebensversicherungen - Auch lange nach dem Vertragende sind oft noch tausende Euro Nachschlag drin. Zwei Beispiele zeigen, wie das geht“, wird über das Netzwerk von Sprünken und Spree wie bei gut bezahlter Öffentlichkeitsarbeit gearbeitet. Eine bessere Werbung gibt es kaum - immerhin hat „Finanztest“ eine Auflage von durchschnittlich 206.000 verkauften Exemplaren. Der Werbewert für die afin24 dürfte unbezahlbar sein.

Seit Anfang des Jahres betreiben Daniel Sprünken und Andreas Klee die afin24. Ein Unternehmen, das ebenso klein, wie im Markt unbedeutend ist. Oder zumindest bis zur Veröffentlichung von „Finanztest“ war. Die afin24 ist abhängig von einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei, die sich auf das Thema Lebensversicherung spezialisiert hat und Millionen damit verdient. Sie gibt die Aufträge an die afin24 weiter.

Gefühlt mehr als tausend Unternehmen tummeln sich in dem Millionenmarkt. Große, kleine. Und ganz kleine wie die afin24, die allenfalls auf ein paar Dutzend Vermittler zurückgreifen. So werden dumme Lebensversicherte in die Arme von Sprünken und Klee getrieben. Die Anwälte nehmen nur Mandate von Rechtsschutzversicherten an, afin24 kassiert dann offiziell 20 Prozent der eingesparten Summe.

Die plötzliche Werbung von Ariane Lauenburg und „Finanztest“ hat einen guten Grund. Es ist offenbar der Preis für gestohlene Adressen, die die Redakteurin an den Rechtsanwalt Wolfgang Benedikt-Jansen weitergegeben haben soll, damit der seine Mandanten rekrutieren konnte. Lauenburg kassiert und kassierte hierfür nach vorliegenden Aussagen und Unterlagen, Provisionen (:gerlachreport berichtete).

Gleichzeitig bekam die Redakteurin von Daniel Sprünken und Andreas Klee Firmenunterlagen, die sie für ihre Horrorgeschichten benutzen konnte. Just über das Unternehmen, das vorher Sprünken und Klee gefeuert hatte. Klee hatte vorher von dem Firmenboss noch 250.000 Euro für sein Schweigen gefordert. Das Angebot wurde dankend abgelehnt.

Am Ende wurde eine Rufmordkampagne gegen das Unternehmen losgetreten - auf der Basis gestohlener Daten und Unterlagen.

Eigentlich ist es ein Hohn: Aus diesem Sumpf aus Rufmord, Erpressung und Lügen dann auch noch eine Geschichte über Lebensversicherungen zu schreiben.

Kunden der afin24 sollten gewarnt sein: Kommt es tatsächlich zu einer Erstattung von Kosten für die Lebensversicherungen, dann steht Andreas Klee mit seinem Unternehmen „Klee Finanz“ parat - herzlich willkommen ganz tief im Kapitalschwarzmarkt.

Natürlich hat „Finanztest“ und die Redaktion um Ariane Lauenburg davon nichts, rein gar nichts, gewusst.

Zurück

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.