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Autark

Adele Raschke: Selbstanzeige bei der Steuerfahndung

Die Oma will erst jetzt von den gewerblichen Steuerhinterziehung erfahren haben

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Adele Raschke hatte offenbar keine Ahnung, an wen sie die Selbstanzeige richten sollte. Deshalb hat sie diese nach Informationen gleich an sechs verschiedene Steuerfahndungen gesendet

Die als Autark-Oma bekannt gewordene Adele Raschke aus Extertal hat beim Finanzamt für Steuerstrafrecht und Steuerfahndung Selbstanzeige erstattet. Das erfuhr :gerlachreport aus gut unterrichteter Quelle. Damit liefert die 65jährige den Berufsverbrecher Stefan Kühn und seine Helfer ans Messer.

Die Selbstanzeige ist wohl auch Folge der umfassenden Berichterstattung des :gerlachreport. Ausschlaggebend, so die Informationen, sei auch die Musterstrafanzeige gewesen, die geprellte Autark-Anleger in den vergangenen Tagen an die Staatsanwaltschaft Dortmund gesendet haben.

In dieser Strafanzeige sind der Autark-Boss Stefan Kühn, Adele Raschke, der Leipziger Rechtsanwalt Jens Walther, GFE-Geschäftsführer Holger Demmig, Autark-Geschäftsführer Jörg Schneider, die Notarin Maria-Beate Hildmann und die Tochter von Stefan Kühn, Laura Koschate, als Beschuldigte genannt.

Oma Adele Raschke, die sich in den vergangenen Monaten Millionenwerte der Autark-Gruppe unter den Nagel gerissen hat, steht dabei besonders im Rampenlicht: Sie hat auch tausende Autark-Anleger angeschrieben und ihnen mit dem Unternehmen RAHL Geschäftsbesorgungsgesellschaft mbH angeboten, Nachrangdarlehen aufzukaufen.

Das Problem: Adele Raschke ist pleite, die RAHL gehört Stefan Kühn und hat nicht einmal genug Geld für das Stammkapital. Die gesamte Verschiebung des Autark-Vermögens zum Nachteil der Autark-Anleger hat aber auch noch eine pikante Note: Es ist eine gewerbsmässige Steuerhinterziehung in zweistelliger Millionenhöhe.

Das ist Adele Raschke, die sich ansonsten für keine Schweinerei und Hinterhältigkeit zu schade ist, offenbar erst jetzt bewusst geworden. Deshalb hat sie die Reißleine gezogen und Selbstanzeige erstattet. Die Oma will so wohl um eine mögliche mehrjährige Haftstrafe herum kommen. Ob das gelingt ist fraglich.

Damit liefert sie auch den Berufsverbrecher Stefan Kühn und sein gesamtes Netzwerk aus: Jahrelang hatte Kühn, der selbst völlig mittellos ist, mit Autark-Geldern ein Leben in Saus und Braus geführt. Natürlich hat niemand aus seinem Dunstkreis Steuern bezahlt. Die beiden Geldwäscher Holger Demmig und Jens Walther haben Hunderttausende bewegt - Steuern zahlten auch sie nicht.

Autark-Mann Jörg Schneider hat als Geldbote der Autark selbst kräftig zugelangt, die Rede ist von mehr als einer Million Euro, die er an der Steuer vorbei eingesteckt haben soll. Tochter Laura Koschate und ihre albanische Schlägertruppe wurden, so die Behauptungen, ebenfalls schwarz bezahlt.

Die Selbstanzeige der Adele Raschke läutet damit auch das Ende des kriminellen Netzwerkes in der Autark-Gruppe ein. Raschke soll dem Vernehmen nach das so ausgedrückt haben: „Da ich weder mit den strafbaren Handlungen etwas zu tun haben möchte und mir erst jetzt die gesamte Tragweite bewusst geworden ist, erstatte ich hiermit Selbstanzeige für alle infrage kommenden Delikte und Sachverhalte.“

Raschkes Problem: Die Selbstanzeige wird wohl verpuffen. Die Oma hat schlicht zu viel Dreck an ihrer Gehhilfe.

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